
Die Revue de Paris war eine französische Literaturzeitung, die von 1829 bis 1970 erschien.
Die Zeitschrift wurde 1829 von Louis-Désiré Véron gegründet. In ihren Anfangsjahren gehörte vor allem Honoré de Balzac zu den Aushängeschildern, der dort Erzählungen wie L’Élixir de longue vie und Sarrasine veröffentlichte, aber auch Teile des Vater Goriot und von Das Chagrinleder.
Sie wurde 1834 von François Buloz aufgekauft, mit dem Balzac bereits seit der dritten Ausgabe von Lys dans la vallée in einem Rechtsstreit stand; daraufhin verlor sie an Bedeutung und wurde 1845 eingestellt. Danach nahm sie Arsène Houssaye wieder auf und bot den von der Konkurrenzzeitschrift Revue des Deux Mondes abgelehnten Schriftstellern eine Plattform, darunter auch Gustave Flaubert, der dort Madame Bovary veröffentlichte. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Revue de Paris mehrere Passagen aus dem Buch gestrichen, da sie – nicht ohne Grund – einen Rechtsstreit befürchtete. Flaubert, der in dieser Zeitschrift veröffentlicht hatte, weil sein Freund Maxime Du Camp dort Mitglied war, bedauerte dies. Er sprach sich gegen die Streichung von Auszügen aus seinem Roman aus und veröffentlichte seine Werke nie wieder in Zeitungen.
Zur Zeit von Arsène Houssaye kooperierte die Revue mit L’Artiste und wurde unter dem Namen L’Artiste Revue de Paris veröffentlicht.
Die Zeitschrift, die 1858 von der Regierung verboten wurde und sich von L’Artiste lossagte, erschien 1864 bis 1865 unter dem Titel La Nouvelle Revue de Paris erneut, bevor sie von La Revue française übernommen wurde.
1894 wurde eine neue Revue de Paris, finanziert vom Verlag Calmann-Lévy, von Edmond Frisch (auch Graf de Fels) ins Leben gerufen. Später übernahm die Baronin Solange de La Baume die Leitung der Zeitschrift.
Die Revue de Paris wurde 1940 eingestellt, erschien im Mai 1945 wieder und verschwand endgültig im Jahr 1970. Von 1985 bis 1989 veröffentlichten die Éditions du Rocher Ausgaben der La Nouvelle Revue de Paris.
Die französische Sprachversion führt eine Vielzahl von Mitarbeitern und Beiträgern auf; wesentliche Beiträge sind im Weblink Wikisource zu finden.