Thema-Rhema-Gliederung (TRG) wird in der Linguistik die Gliederung einer Äußerung in schon Bekanntes (Thema) und neue Information (Rhema) genannt, also ob und wie in einer Äußerung ein Neuigkeitsaspekt versprachlicht wird. Andere Bezeichnungen dafür sind Thema-Rhema-Progression, aktuelle Satzgliederung, funktionale Satzperspektive oder Informationsstruktur.
Der Ausdruck wurde von den Funktionalisten der Prager Schule eingeführt. Erstmals formuliert wurde das Konzept von Vilém Mathesius.
Das Thema (griech. θέμα, théma, „das Gesetzte, Aufgestellte, bes. eine aufgestellte Behauptung“) eines Satzes ist die bereits bekannte, erwähnte oder durch den Kontext gegebene Information. Das Rhema (griech. ῥῆμα, rhẽma, eigentlich „das Gesagte, Wort, Spruch, Ausspruch; (in der Grammatik:) Zeitwort“, hier etwa „Aussage“) ist die neue, erfragte bzw. kommunikativ relevante Information. Das Rhema trägt den Hauptakzent des Satzes. Insbesondere am Anfang eines Textes können auch Sätze auftreten, die nur rhematisches Material enthalten. Eine Äußerung ohne Rhema ist uninformativ und verstößt gegen die Grice’schen Konversationsmaximen.
Als Ausdrucksmittel für die Thema-Rhema-Struktur dienen im Deutschen vor allem die Betonung (des Rhemas), die Satzgliedstellung (Thema am Satzanfang, Rhema am Satzende) und besondere grammatische oder lexikalische Mittel der Perspektivierung wie etwa das Passiv. Sowohl das Thema als auch das Rhema können mehrere Satzglieder umfassen. Satzglieder mit dem größten Mitteilungswert befinden sich in der Regel am Ende des Satzes.
Der Begriff Thema-Rhema-Gliederung wird in der Syntax der funktionalen Grammatik und in der Textlinguistik verwendet.
In der funktionalen Grammatik untersucht die Thema-Rhema-Gliederung, wie syntaktische Phänomene (z. B. Satzgliedfolge) von der Struktur Bekanntes -- Neues abhängen.
Die Textlinguistik beschreibt mit Hilfe der Thema-Rhema-Gliederung den inhaltlichen Aufbau von Sätzen und Texten sowie die kommunikative Funktion einzelner Textteile, etwa ihre Relevanz für den Hörer oder Leser. Innerhalb eines Textes sichert die Thema-Rhema-Gliederung den inhaltlichen und formalen Zusammenhang zwischen den einzelnen Sätzen (Kohärenz bzw. Kohäsion). Dabei wird davon ausgegangen, dass die betrachteten Sätze in Thema und Rhema analysiert werden können.
Es lassen sich verschiedene Arten unterscheiden, wie ein Thema im Textzusammenhang erscheint:
Weitere Unterscheidungen basieren auf diesen drei Grundarten.
Je nach genauer Definition finden sich für das Thema auch die Bezeichnungen „Topik“ oder „Hintergrund“ und für das Rhema die Bezeichnungen „Comment“ / „Kommentar“, „Fokus“ und „Prädikation“ in unterschiedlichen Paarungen.
Molnár schlägt eine Zuordnung der unterschiedlichen Begriffspaare zu den drei Ebenen der Sprache im Organon-Modell von Karl Bühler vor: