Rhenium(IV)-sulfid

Kristallstruktur
Kristallstruktur von Rhenium(IV)-sulfid
_ Re4+ 0 _ S2−
Allgemeines
Name Rhenium(IV)-sulfid
Andere Namen

Rheniumdisulfid

Verhältnisformel ReS2
Kurzbeschreibung

schwarzer geruchloser Feststoff

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12038-63-0
EG-Nummer 234-878-3
ECHA-InfoCard 100.031.695
PubChem 82864
Wikidata Q4445872
Eigenschaften
Molare Masse 250,33 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

7,506 g·cm−3

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Rhenium(IV)-sulfid, auch als Rheniumdisulfid bekannt, ist eine anorganische chemische Verbindung des Rheniums aus der Gruppe der Sulfide mit der chemischen Zusammensetzung ReS2.

Vorkommen

In der Natur kommt Rhenium(IV)-sulfid in Form des Minerals Rheniit vor.

Gewinnung und Darstellung

Rhenium(IV)-sulfid kann durch Reaktion von Rhenium mit Schwefel bei etwa 1000 °C dargestellt werden.

Es kann auch durch thermische Zersetzung von Rhenium(VII)-sulfid bei 1100 °C gewonnen werden.

Die in Lösung gebildete kolloidale Form hat eine andere Zusammensetzung.

Eigenschaften

Rhenium(IV)-sulfid ist ein schwarzer geruchloser Feststoff, der unlöslich in Wasser ist und das stabilste Rheniumsulfid. Er ist beständig gegen Salzsäure, Laugen und Alkalisulfid, wird durch Hypochlorige Säure, Salpetersäure usw. zu ReO4− oxidiert. Er reagiert bei 1000 °C mit Quarz, reagiert auch bei Erhitzung nicht mit Schwefel. Er zerfällt bei Temperaturen über 700 °C im Vakuum in Rhenium und Schwefel und wird durch Wasserstoff bei erhöhter Temperatur zu Rhenium reduziert. Die Verbindung ist ein diamagnetische Halbleiter und besitzt eine trikline Kristallstruktur mit der Raumgruppe P1 (Raumgruppen-Nr. 2)Vorlage:Raumgruppe/2 und den Gitterparametern a = 645,5 pm, b = 636,2 pm, c = 640,1 pm, α = 105,04°, β = 91,60° und γ = 118,97°, die einer verzerrten Cadmium(II)-chlorid-Schichtstruktur entspricht und isotyp zu der von Rheniumdiselenid ist.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Datenblatt Rhenium(IV) sulfide, 99% bei Alfa Aesar, abgerufen am 1. August 2013 (Seite nicht mehr abrufbar).
  2. 1 2 3 Georg Brauer (Hrsg.) u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1619.
  3. ↑ K. E. German Et al.: Kinetics of the formation of precipitates and the physicochemical properties of technetium-99 and rhenium sulfides according to small-angle X-ray scattering and ultramicrocentrifugation data. In: Russian Journal of Inorganic Chemistry. Band 61, 2016, S. 1445–1450, doi:10.1134/S0036023616110061.
  4. ↑ Erwin Riedel: Anorganische Chemie. Walter de Gruyter, 2004, ISBN 3-11-018168-1, S. 811 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. ↑ Christoph Janiak, Hans-Jürgen Meyer, Dietrich Gudat, Ralf Alsfasser: Riedel Moderne Anorganische Chemie. Walter de Gruyter, 2012, ISBN 3-11-024901-4, S. 338 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. ↑ H.-J. Lamfers, A. Meetsma, G.A. Wiegers, J.L. de Boer: The crystal structure of some rhenium and technetium dichalcogenides. In: Journal of Alloys and Compounds, 241, 1996, S. 34–39, doi:10.1016/0925-8388(96)02313-4.