Rhodiola

Rhodiola

Untergattung Rhodiola: Rhodiola heterodonta

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Unterfamilie: Sempervivoideae
Tribus: Umbiliceae
Gattung: Rhodiola
Wissenschaftlicher Name
Rhodiola
L.

Rhodiola ist eine Pflanzengattung in der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Die 40 bis 90 Arten sind in Europa, Sibirien, Ostasien und Nordamerika verbreitet.

Beschreibung

Illustration aus Transactions and proceedings of the Botanical Society of Edinburgh, 1891 von Rhodiola dumulosa

Vegetative Merkmale

Die Arten der Gattung Rhodiola sind aufrechte bis kriechende, ausdauernde krautige Pflanzen. Sie besitzen gut ausgeprägte massive oder schlanke Rhizome. In der Nähe der Triebspitzen sitzen Laubblätter und/oder Schuppenblätter. Die einfachen, meist flachen Blätter sind krautig bis etwas fleischig und sind wechselständig angeordnet.

Generative Merkmale

Die einjährigen, manchmal etwas ausdauernden, unverzweigten Blütentriebe erscheinen aus den Blattachseln der Schuppenblätter, selten auch aus den Achseln der grundständigen Laubblätter. Der endständige Blütenstand ist für gewöhnlich zymös oder zu einzelnen gestielten Blüten reduziert; selten ist er traubig. Meist sind laubige Brakteen vorhanden.

Die meist zwittrigen oder seltener eingeschlechtigen Blüten sind vier- bis fünfzählig (selten sechszählig) und obdiplostemon. Bei zweihäusigen Arten stehen sich bei männlichen Pflanzen Kronblätter und Fruchtknoten gegenüber, bei weiblichen Pflanzen wechseln sie sich ab. Bei den einhäusigen und zwittrigen Arten stehen sich Kronblätter und Fruchtblätter immer gegenüber. Die fleischigen Kelch meist nur an ihrer Basis verwachsen; bei weiblichen Pflanzenexemplaren ist eine Röhre mit vier bis fünf (selten sechs) mehr oder weniger gleichen Kelchzipfeln ausgebildet. Die weißen, rötlichen, tief purpurroten oder hellgelb bis grünlichen Kronblätter sind nicht miteinander verwachsen; sie sind bei weiblichen Pflanzenexemplaren immer länger als die Kelchblätter. Es sind doppelt soviele Staubblätter wie Kronblätter vorhanden. Die Staubbeutel sind meist basifix, d. h., sie sind an der Basis mit den Staubfäden verwachsen. Die Nektarschüppchen sind linealisch-länglich bis halbkreisförmig. Es sind gleich viele Fruchtblätter wie Kronblätter vorhanden. Die oberständigen bis halbunterständigen Fruchtblätter sind meist nur an ihrer Basis miteinander verwachsen. Der schlanke Griffel endet in einer endständigen und papillaten Narbe. Die Samenanlagen sind anatrop.

Die aufrechten Balgfrüchte sind trocken und enthalten viele Samen. Die bräunlichen und längs gestreiften Samen sind kleiner als 3 Millimeter und etwas spindelförmig, verkehrt-lanzettlich oder birnenförmig.

Systematik und Verbreitung

Untergattung Clementsia: Rhodiola rhodantha
Untergattung Crassipedes: Rhodiola dumulosa
Untergattung Primuloides: Rhodiola pachyclados
Untergattung Primuloides: Rhodiola pachyclados
Untergattung Rhodiola: Rhodiola angusta
Untergattung Rhodiola: Rhodiola heterodonta
Untergattung Rhodiola: Rhodiola integrifolia
Untergattung Rhodiola: Rhodiola macrocarpa
Untergattung Rhodiola: Rosenwurz (Rhodiola rosea)

Die Gattung Rhodiola wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 1035 aufgestellt. Der botanische Name der Gattung Rhodiola leitet sich vom griechischen Wort rhodon für „Rose“ und dem lateinischen Diminutiv -iola ab und verweist auf die nach Rosen duftenden unterirdischen Pflanzenteile. Typusart ist Rhodiola rosea L. Ein Homonym ist Rhodiola Lour.; es wurde 1790 in Flora Cochinchinensis, S. 627 veröffentlicht. Synonyme für Rhodiola L. sind Chamaerhodiola Nakai, Clementsia Rose.

Die Gattung Rhodiola ist in Europa, Sibirien, Ostasien und Nordamerika vor allem in subarktischen und alpinen Gebieten verbreitet. In der Flora of China sind 55 Arten gelistet, 16 Arten davon kommen nur in China vor. Das Zentrum der Artenvielfalt ist das Qinghai-Tibet-Plateau.

Nach Hideaki Ohba (* 1943) wird die Gattung Rhodiola 2003 in vier Untergattungen mit folgenden Sektionen untergliedert und enthält je nach Autor 40 bis 90 (bis zu 96 oder 100) Arten:

Nutzung

Einige Rhodiola-Arten, besonders Rhodiola crenulata sowie Rhodiola rosea werden in Europa und Asien in der Volksmedizin verwendet. Rhodiola-Arten können auch gegessen werden. Das Potential von Rhodiola-Arten in der Kosmetik wird untersucht. Das Sammeln zur Nutzung aus Wildbeständen gefährdet aber einige Arten. Die Inhaltsstoffe werden untersucht, auch um die Wildbestände vor Sammeln zu entlasten.

Nachweise

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 Kunjun Fu, Hideaki Ohba, Michael G. Gilbert: Crassulaceae Candolle. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Brassicaceae through Saxifragaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2001, ISBN 0-915279-93-2. Rhodiola Linnaeus, S. 251–266 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Reid V. Moran: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 8: Paeoniaceae to Ericaceae, Oxford University Press, New York, 2009, ISBN 978-0-19-534026-6. Rhodiola Linnaeus. S. 164–167 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  3. ↑ Carl von Linné Species Plantarum. Band 2, S. 1035. Stockholm, 1753. eingescannt bei botanicus.org.
  4. ↑ Rhodiola bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 17. Mai 2022.
  5. 1 2 Tao Li, Hao Zhang: A New Species of Rhodiola (Crassulaceae) from Western Sichuan, China. In: Novon, Volume 20, Issue 1, 2010, S. 53–56. JSTOR:27765232 doi:10.3417/2008025 PDF.
  6. 1 2 3 4 5 6 Hongxun Tao, Xu Wu, Jiliang Cao, Yu Peng, Anqi Wang, Jin Pei, Jianbo Xiao, Shengpeng Wang, Yitao Wang: Rhodiola species: A comprehensive review of traditional use, phytochemistry, pharmacology, toxicity, and clinical study. In: Medicinal Research Reviews, Volume 39, Issue 3, Januar 2019, 1–72. doi:10.1002/med.21564
  7. ↑ Hideaki Ohba: Rhodiola. In: Urs Eggli: Sukkulenten-Lexikon, Band 4: Crassulaceae (Dickblattgewächse), 2003, S. 218–236.
  8. ↑ Rhodiola im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 18. Mai 2022.
  9. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Rhodiola bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  10. ↑ Walter Erhardt et al.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  11. ↑ Jaakko Jalas, Juha Suominen, Raino Lampinen, Arto Kurtto: Atlas florae europaeae. Band 12: Resedaceae to Platanaceae. S. 125, Helsinki 1999, ISBN 951-9108-12-2.
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