Rhoicissus

Rhoicissus

Rhoicissus tomentosa

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Ordnung: Weinrebenartige (Vitales)
Familie: Weinrebengewächse (Vitaceae)
Unterfamilie: Vitoideae
Gattung: Rhoicissus
Wissenschaftlicher Name
Rhoicissus
Planch.

Rhoicissus ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Weinrebengewächse (Vitaceae). Die etwa zwölf Arten sind im tropischen und Südlichen Afrika weitverbreitet. Rhoicissus rhomboidea wird als Zierpflanze in Parks und Gärten sowie Räumen verwendet.

Beschreibung

Früchte von Rhoicissus rhomboidea.

Erscheinungsbild und Blätter

Bei Rhoicissus-Arten handelt es sich um meist immergrüne, wenig bis stärker verholzende Pflanzen, die selten selbständig aufrecht als Sträucher mit rankenden Zweigen oder meist kletternd als Lianen wachsen. Es sind meist Sprossranken vorhanden, die gegenüber den Laubblättern, oft in den Achsen der Blütenstände, stehen.

Die wechselständig an der Sprossachse angeordneten Laubblätter sind meist in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Je nach Art ist die Blattspreite einfach, dreiteilig oder selten fünfzählig handförmig. Die Blattabschnitte können gestielt sein. Die Blattränder sind glatt oder unterschiedlich gezähnt. Es sind meist Nebenblätter vorhanden.

Blütenstände und Blüten

Die gegenüber den Laubblättern, oft über Blütenstandsschäften stehenden, mehr oder weniger dichten, zymösen, thyrsoiden Blütenstände enthalten meist viele Blüten.

Die relativ kleinen Blüten sind meist fünf-, selten bis zu siebenzählig und radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die meist fünf kahlen Kelchblätter sind becherförmig auf mehr oder weniger ihrer gesamten Länge verwachsen. Die meist fünf freien Kronblätter sind mindestens an ihren oberen Enden mehr oder weniger verdickt und fleischig. Der ganzrandige Nektardiskus entwickelt aus der Basis des Fruchtknotens, in dem er eingebettet ist. Es ist nur der innere Staubblattkreis mit meist fünf fertilen, gleichen, freien Staubblättern vorhanden. Die Staubbeutel krümmen sich über das Gynoeceum. Die zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, zweikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Je Fruchtknotenkammer sind nur zwei Samenanlagen vorhanden. Die schlanken, deutlich sichtbaren Griffel besitzen eine Narbe, die kaum geweiteter ist als die Griffel.

Früchte und Samen

Die Beeren enthalten meist nur einen oder zwei, selten bis zu vier Samen. Die Samen besitzen eine mehr oder weniger deutliche longitudinale Furche. Die Samenschale ist je nach Art runzelig oder glatt.

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Rhoicissus wurde 1887 durch Jules Émile Planchon in Alphonse Louis Pierre Pyramus de Candolle und Anne Casimir Pyramus de Candolle: Monographiae Phanerogamarum, Band 5, S. 320, 463 aufgestellt. Als Lectotypusart wurde 1953 Rhoicissus capensis (Burm. f.) Planch. durch Karl Suessenguth in Adolf Engler und Carl Prantl: Die natürlichen Pflanzenfamilien, 2. Auflage, 20d, S. 329. Der Gattungsname Rhoicissus leitet sich entweder vom latinischen Wort rhoicus für „von Rhus“ oder vielleicht vom griechischen Wort rhoia für Granatapfel und cissus für Efeu ab.

Die Gattung Rhoicissus gehört zur Unterfamilie Vitoideae innerhalb der Familie der Vitaceae.

Das weite natürliche Verbreitungsgebiet der Gattung Rhoicissus umfasst das tropische und Südliche Afrika weitverbreitet. Zehn Arten kommen auch in Südafrika vor und sind in der Roten Liste der Südafrikanischen Pflanzen gelistet.

Es gibt etwa zwölf Rhoicissus-Arten:

Hybriden:

Dreiteiliges Laubblatt von Rhoicissus rhomboidea

Nutzung

Rhoicissus rhomboidea wird als Zierpflanze in Parks und Gärten sowie Räumen verwendet. Es gibt Ausleseformen wie die Sorte ′Ellen Danica′. Auch Rhoicissus tomentosa dient als Zierpflanze.

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 H. Wild & R. B. Drummond: Rhoicissus – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora Zambesiaca, Volume 2, 1966 – Vitaceae.
  2. 1 2 3 4 5 6 Rhoicissus bei Flora of Mozambique.
  3. 1 2 3 4 5 6 Rhoicissus bei Flora of Zimbabwe.
  4. 1 2 Anna Trias-Blasi, John A. N. Parnell & Trevor R. Hodkinson: Multi-gene Region Phylogenetic Analysis of the Grape Family (Vitaceae), In: Systematic Botany, Volume 37, Issue 4, 2012, S. 941–950. doi:10.1600/036364412X656437
  5. ↑ Rhoicissus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 11. Juli 2013.
  6. ↑ Rhoicissus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 11. Juli 2013.
  7. 1 2 D. Raimondo, L. von Staden, W. Foden, J. E. Victor, N. A. Helme, R. C. Turner, D. A. Kamundi & P. A. Manyama, 2009: Eintrag bei der Red List of South African Plants des South African National Biodiversity Institute = SANBI. zuletzt abgerufen am 11. Juli 2013
  8. ↑ Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, Rhoicissus darin Seite 765
Commons: Rhoicissus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur