Richard Pillard

Richard Colestock Pillard (* 11. Oktober 1933 in Springfield, Ohio) ist Professor für Psychiatrie an der Boston University. Er war der erste offen schwule Psychiater in den Vereinigten Staaten.

Leben und Familie

Pillard wurde in Springfield, Ohio geboren. Er besuchte kurzzeitig das Swarthmore College, bevor er zum Antioch College in Yellow Springs wechselte, wo sein Vater Basil H. Pillard Professor für Englisch war. Von dort erhielt Pillard auch seinen Bachelorabschluss (B.A.). Seinen Abschluss als Doktor der Medizin erwarb er von der University of Rochester mit einem Praktikum im Boston City Hospital.

Pillard heiratete während seiner Zeit an der medizinischen Fakultät im Jahre 1958 Cornelia Livingston Cromwell. Sie ließen sich scheiden als er Mitte dreißig war. Inzwischen identifiziert sich Pillard als schwul. Er hat drei Töchter; seine Tochter Cornelia Pillard ist Bundesrichterin des United States Court of Appeals für den District of Columbia.

Arbeit

In seiner wissenschaftlichen Arbeit widmete er sich vor allem der Frage der Erblichkeit der sexuellen Orientierung. Er ist Mitautor eines Artikels zu einer Studie, die zu dem Schluss kam, dass Homosexualität oft in der Familie liege. Pillard selbst hält dies für seine wichtigste Arbeit. Das Paper gewann den Hugo-Beigel-Preis der Society for the Scientific Study of Sexuality für das beste im Journal of Sex Research veröffentlichte Paper.

Bekanntheit erlangte Pillard außerdem für eine Reihe von Studien, die er zusammen mit dem Psychologen J. Michael Bailey verfasste, die die Konkordanzrate der sexuellen Identität bei eineiigen Zwillingen, zweieiigen Zwillingen des gleichen Geschlechts, Nicht-Zwillingsgeschwistern des gleichen Geschlechts und Adoptivgeschwistern des gleichen Geschlechts untersuchten. In allen Studien fanden sie Übereinstimmungsraten, die mit der Hypothese übereinstimmen, dass Homosexualität eine signifikante genetische Komponente hat. Der Council for Responsible Genetics und andere Forscher kritisierten diese Arbeit jedoch dafür, dass Pillard und Bailey die Probanden für ihre Studien selbst ausgewählt haben. Dieses Problem sollte später durch weitere Studien behoben werden.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Judson Jerome: Departure: Basil Pillard, 1895–1957. College English, Band 19, Nr. 6, Poetry and Professors Issue, März 1958, S. 240
  2. ↑ Paul E. Lynch: An Interview with Richard C. Pillard, MD. In: Journal of Gay & Lesbian Psychotherapy. Band 7, Nr. 4, 2003
  3. ↑ Jamie Talan: Of Gays And Gay Siblings. In: Newsday. 19. August 1986
  4. ↑ Society for the Scientific Study of Sexuality: Hugo G. Beigel Research Award Recipients, zuletzt abgerufen am 12. Oktober 2018.
  5. ↑ Vicki Lynn Eaklor: Queer America: A GLBT History of the 20th Century. ABC-CLIO, 2002, S. 227, ISBN 9780313337499
Personendaten
NAME Pillard, Richard
ALTERNATIVNAMEN Pillard, Richard C.; Pillard, Richard Colestock
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Psychiater
GEBURTSDATUM 11. Oktober 1933
GEBURTSORT Springfield, Ohio