Richard Csaki

Richard Csaki (* 4. April 1886 in Hermannstadt, Österreich-Ungarn; † 31. Dezember 1943 bei Perugia, Italienische Sozialrepublik) war ein rumäniendeutscher Volkstumspolitiker.

Werdegang

Richard Csaki wuchs als Sohn des Direktors des Brukenthal-Museums in Hermannstadt, Michael Csaki (1858–1928), auf. Er legte 1904 das Abitur am deutsch-evangelischen Gymnasium in Hermannstadt ab. Anschließend studierte er evangelische Theologie und Philosophie an der Albertus-Universität Königsberg. Dort trat er dem Verein Deutscher Stu­denten Königsberg bei, einer deutschnationalen Studentenverbindung. Sein Studium setzte er später an den Universitäten Klausenburg, Berlin und Bonn fort. Im Jahr 1912 bestand er die Lehramtsprüfung und wurde bei Jakob Bleyer in Klausenburg zum Dr. phil. promoviert.

Csaki war ab 1909 Supplent und von 1911 bis 1923 Lehrer an der evangelischen Oberrealschule und am Gymnasium in Hermannstadt. 1913 gründete er dort die Bücherei. Von 1914 bis 1918 leistete er Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg bei der Artillerie der k. u. k. Armee, zuletzt als Oberleutnant der Reserve. Dafür wurde ihm das Eiserne Kreuz II. Klasse, das Militärverdienstkreuz III. Klasse mit Kriegsdekoration, die Militär-Verdienstmedaille mit Schwertern und die Silberne Tapferkeitsmedaille verliehen.

Infolge des Vertrages von Trianon wurde Siebenbürgen an Großrumänien angeschlossen. Csaki gründete daraufhin das Kulturamt des von Rudolf Brandsch geführten Verbands der Deutschen in Großrumänien; Csaki leitete das Kulturamt von 1921 bis 1931. Im Kulturamt arbeitete er eng mit dem Verein für das Deutschtum im Ausland zusammen. Zudem leitete er von 1919 bis 1921 sowie von 1926 bis 1931 nebenamtlich die volkswissenschaftliche Zeitschrift Ostland. Daneben war er Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Akademiker Großrumäniens und von 1923 bis 1926 Beauftragter der deutschen Berufstheater in Großrumänien. Außerdem oblagen ihm die wissenschaftliche Organisation und Leitung der deutschen Hochschulwochen und Ferienhochschulkurse sowie das deutsche Volksbildungswesen. Von 1931 bis 1933 war er Leiter der Geschäftsstelle des Verbands der Deutschen in Großrumänien in Bukarest.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Csaki 1933 von Hans Steinacher zum Leiter des Deutschen Ausland-Instituts in Stuttgart berufen. Darüber hinaus war Csaki ab 1933 Lehrbeauftragter für „Deutschtumskunde“ an der Technischen Hochschule Stuttgart und von 1940 bis 1943 Lehrbeauftragter für „Deutschtumskunde“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen, die ihn 1943 zum Honorarprofessor ernannte. Außerdem wurde er Mitglied des Großen Rats der Deutschen Akademie in München. 1941 schied er als Leiter des Deutschen Ausland-Instituts aus und wurde zum Direktor des künftigen Deutschen Auslandsmuseums ernannt.

Csaki trat während des Zweiten Weltkriegs als Redner vor Wehrmachtseinheiten auf. Auf der Rückreise von einem Kriegsvortrag in Italien kam er am Silvestertag 1943 im Alter von 57 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Er war ab 1917 mit der Malerin Grete Csaki-Copony (1893–1990) verheiratet, mit der er die Tochter Brigitte Möckel-Csaki (1918–2009) und den Sohn Joachim (1920–?) hatte.

Werke (Auswahl)

Literatur (Auswahl)

Personendaten
NAME Csaki, Richard
KURZBESCHREIBUNG rumäniendeutscher Volkstumspolitiker
GEBURTSDATUM 4. April 1886
GEBURTSORT Hermannstadt, Österreich-Ungarn
STERBEDATUM 31. Dezember 1943
STERBEORT Perugia, Italien