Richard W. Eichler

Richard Wenzel Eichler (* 8. August 1921 in Liebenau, Tschechoslowakei; † 15. Juli 2014 in München) war ein deutscher Kunsthistoriker und Schriftsteller.

Leben

Richard W. Eichler wurde als Sohn von Maria Eichler, geborener Schwarz, und des Druckers Richard H. Eichler im seit 1938 zum Deutschen Reich gehörigen Sudetenland. Er besuchte die Oberschule in Reichenberg und erhielt 1940 das Abitur. Von 1940 bis 1945 leistete er Kriegsdienst bei der Kriegsmarine als Reserveoffizier (Leutnant der Reserve). Nach 1945 war er als Verlagslektor und freier Autor tätig. Schon vor 1945 edierte er Werke von F. K. Günther, Paul Schultze-Naumburg und Wolfgang Willrich.

Er verfasste unter anderem Kunstkritiken für die Gebiete der Malerei und Plastik. Erfolgreich war Eichlers 1960 erstmals publiziertes Buch Könner, Künstler, Scharlatane, mit dem der Autor gegen die behauptete Dominanz der abstrakten Kunst im Nachkriegsdeutschland auftrat. Ähnliche Tendenzen vertrat das Buch Der gesteuerte Kunstverfall. Unter postmodernen Vorzeichen plädierte Eichler für Die Wiederkehr des Schönen (1984).

Im rechtsextrem ausgerichteten Grabert- bzw. Hohenrain-Verlag veröffentlichte er mehrere Bücher sowie Artikel in der zugehörigen Zeitschrift Deutschland in Geschichte und Gegenwart. Er verfasste Beiträge für Veröffentlichungen des rechtsextremen, neuheidnischen Thule-Seminars, so in dessen erstem Buch Das unvergängliche Erbe. Alternativen zum Prinzip der Gleichheit und in dessen Zeitschrift Elemente, wo er im Artikel Die Geburt der Kunst aus dem Mythos unter Rückgriff auf Kurt Hübner und Martin Heidegger sein Kunstverständnis gegen eine regionale Begrenzungen überschreitende „Weltkunst“, gegen einen erweiterten Kunstbegriff und gegen Modernismus stark macht. Beim Bund für deutsche Schrift und Sprache veröffentlichte er den Beitrag Glanz und Elend der deutschen Sprache.

Er war Generalsekretär und Gründungsmitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Mitglied der Bundesversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Mitglied des Witikobundes, Mitglied der Deutschen Unitarier Religionsgemeinschaft und Referent bei der neuheidnischen, völkisch-rechtsextremen Artgemeinschaft (Rieger) und dem Nordischen Ring, der Neonazi-Organisation „Northern League“ und dem Deutschen Seminar.

Eichler war Vorstandsmitglied der Deutschen Kunststiftung der Wirtschaft und des Adalbert Stifter-Vereins. Er erhielt den Schillerpreis des Deutschen Kulturwerks Europäischen Geistes (München 1969), den Landschaftspreis (1977) und die Adalbert-Stifter-Medaille (1982). 1979 verlieh ihm Franz Josef II., der regierende Fürst von Liechtenstein, für seine Verdienste im Bereich der bildenden Kunst und der Sprachpflege den Titel Professor. 1990 wurde er mit dem Dichtersteinschild des 1999 wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verbotenen Vereins Dichterstein Offenhausen ausgezeichnet.

Die Deutsche Gildenschaft führte Eichler als Mitglied.

Richard W. Eichler war unitarisch, ab 1944 verheiratet mit Elisabeth Eichler, geborener Mojr, und hatte sieben Kinder. Privat beschäftigter er sich mit Genealogie.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Richard W. Eichler: Die bildende Kunst von heute im Fadenkreuz der Kulturrevolutionäre. In: Pierre Krebs (Hrsg.): Das unvergängliche Erbe. Alternativen zum Prinzip der Gleichheit. Grabert, Tübingen 1981, S. 373 ff.
  2. ↑ Richard W. Eichler: Die Geburt der Kunst aus dem Mythos. In: Elemente. Nr. 4, 1990, S. 20–34 (online [PDF]).
  3. ↑ Nadir (Internetportal): Eichler, Richard W.; abgerufen am 6. Juli 2010
  4. ↑ vom 24. März 1979 in Ostpreußenblatt (PDF; 12,3 MB)
  5. ↑ Jens Mecklenburg (Hg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus. Elefanten Press, Berlin 1996, ISBN 3-88520-585-8, S. 328.
Personendaten
NAME Eichler, Richard W.
ALTERNATIVNAMEN Eichler, Richard Wenzel (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Kunsthistoriker
GEBURTSDATUM 8. August 1921
GEBURTSORT Liebenau, Nordböhmen, Tschechoslowakei
STERBEDATUM 15. Juli 2014
STERBEORT München