
Richard Lansing Conolly (* 26. April 1892 in Waukegan, Illinois; † 1. März 1962 in Queens, New York City, New York) war ein Admiral der United States Navy. Er war unter anderem Kommandeur der United States Naval Forces Europe und Leiter des Naval War College.
Richard Comolly war ein Sohn von Robert Ballentine Conolly (1863–1926) und dessen Frau Cora Belle Carhart (1865–1960). Er besuchte die öffentlichen Schulen seiner Heimat sowie die Lake Forest Academy. Im Jahr 1914 absolvierte er die United States Naval Academy in Annapolis in Maryland. In der Kriegsmarine der Vereinigten Staaten durchlief er anschließend alle Offiziersränge bis zum Admiral.
Während seiner militärischen Laufbahn absolvierte er sowohl Aufgaben als Seeoffizier an Bord verschiedener Kriegsschiffe als auch Tätigkeiten als Stabsoffizier auf dem Festland. Er diente zunächst auf dem Schlachtschiff USS Virginia (BB-13), das zur Zeit der Mexikanischen Revolution in den dortigen Gewässern operierte und an einigen militärischen Operationen teilnahm. Zwischen Mai und November 1915 war er auf dem Panzerkreuzer USS Montana stationiert. Danach war er für zwei Monate als Torpedo-Offizier auf dem Schlachtschiff USS Vermont tätig. Im Mai 1916 wurde er auf den Zerstörer USS Smith (DD-17) versetzt.
Zum Zeitpunkt des amerikanischen Eintritts in den Ersten Weltkrieg (April 1917) befand sich Conolly noch immer an Bord der USS Smith. Der Zerstörer diente als Begleitschiff für Konvois auf dem Atlantik und operierte von Brest in Frankreich aus. Dabei wurde Conolly für seine Hilfe bei der Bergung von Besatzungsmitgliedern des von deutschen U-Booten schwer beschädigten Transportschiffs USS West Bridge mit dem Navy Cross ausgezeichnet.
Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten im November 1918 wurde er mit der Aufsicht über die Ausstattung dreier im Bau befindlichen Zerstörer beauftragt. Zwischen 1920 und 1922 belegte er zunächst einen Fortbildungskurs an der Marineakademie in Annapolis und studierte dann an der Columbia University. Danach kehrte er wieder auf hohe See zurück, wo er zunächst auf dem Schlachtschiff USS Mississippi und dann ab 1924 auf der USS New York, einem weiteren Schlachtschiff, diente.
Zwischen September 1925 und Juni 1927 war Conolly Lehrer an der Marineakademie, wo er die Fächer Elektronik und Physik unterrichtete. Danach war er bis zum August 1929 Offizier auf dem Leichten Kreuzer USS Concord. Dann erhielt er das Kommando über den Zerstörer USS Du Pont. Daran schloss sich im Mai 1931 ein Studium am Naval War College an. Anschließend gehörte er bis 1933 zum Stab dieser Ausbildungseinrichtung. Es folgte eine Versetzung zur Atlantikflotte, die damals als Scouting Force bezeichnet wurde. Zwischen Mai 1933 und April 1935 war er dort Stabsoffizier beim Kommandeur der Kreuzer dieser Flotte (Flag Secretary on the staff of Commander Cruisers, Scouting Force). Danach war er bis zum Juni 1936 Navigator auf dem Schlachtschiff USS Tennessee.
In der Folge kehrte Richard Conolly ein weiteres Mal zur Marineakademie zurück, wo er erneut die Fächer Elektronik und Physik unterrichtete. Später kam das Fach Schiffsnavigation hinzu. Im Mai 1939 erhielt er das Kommando über die 7. Zerstörer-Division (Destroyer Division 7). Diese Aufgabe erfüllte er bis zum 30. Januar 1941. Dann übernahm er den Oberbefehl über die 6. Zerstörer-Staffel (Destroyer Squadron 6, DESRON 6). Dieses Amt hatte er auch in den ersten Monaten nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg inne. In der Folge war er an mehreren militärischen Einsätzen im Pazifik beteiligt.
Im Juli 1942 wurde er zum Stab des Chief of Naval Operations versetzt, der von Ernest J. King geleitet wurde. Danach wurde er zur Atlantikflotte beordert, wo er zwischen März und Oktober 1943 den amphibischen Einheiten dieser Truppe angehörte. Er war unter anderem an der Landung der Alliierten auf Sizilien und der Invasion in Italien beteiligt. Anschließend wurde er wieder zum pazifischen Kriegsschauplatz versetzt, wo er ebenfalls den amphibischen Streitkräften angehörte. Dort war er unter anderem an der Schlacht um Kwajalein, den Kämpfen um Wake Island und der Landung auf der Marcus-Insel beteiligt. Schließlich erhielt er im Jahr 1944 das Kommando über die 3. Amphibische Kampfgruppe der Pazifikflotte, das er bis zum Kriegsende behielt. Seine Einheit nahm an mehreren militärischen Operationen teil, wozu auch die Schlacht um Guam gehörte.
Nach zwischenzeitlich anderen Verwendungen war Conolly Vertreter der amerikanischen Marine auf der Pariser Friedenskonferenz 1946. Im September 1946 kommandierte er für kurze Zeit die 12. Flotte (United States Twelfth Fleet), die im gleichen Monat aufgelöst wurde. Dann übernahm er als Nachfolger von H. Kent Hewitt das Kommando über die amerikanische Flotte für Europa (United States Naval Forces Europe). Dieses Amt bekleidete er bis zum Dezember 1950, als er von Robert Carney abgelöst wurde. Während seiner Amtszeit änderte sich sein Titel von Commander US Naval Forces Europe zu Commander-in-Chief US Naval Forces Eastern Atlantic and Mediterranean. De facto blieb er Kommandeur der amerikanischen Marinestreitkräfte für Europa.
Danach kehrte er ein weiteres Mal zum Naval War College zurück, dessen Leitung er im Jahr 1950 als Nachfolger von Donald Bradford Beary übernahm und bis zum Jahr 1953 innehatte. Anschließend schied er aus dem aktiven Militärdienst aus.
Nach seiner Pensionierung war er bis zu seinem Tod Präsident der Long Island University. Der mit Helen B. Jacobs (1897–1962) verheiratete Offizier starb am 1. März 1962 bei einem Flugzeugabsturz auf dem Idlewild Airport, dem heutigen John F. Kennedy International Airport. Bei dem Absturz kam auch seine Frau ums Leben. Beide fanden ihre letzte Ruhestätte auf dem Nationalfriedhof Arlington.
Richard Conolly erhielt im Lauf seiner militärischen Laufbahn unter anderem folgende Auszeichnungen:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Conolly, Richard L. |
| ALTERNATIVNAMEN | Conolly, Richard Lansing |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Offizier, Admiral der US Navy |
| GEBURTSDATUM | 26. April 1892 |
| GEBURTSORT | Waukegan, Illinois |
| STERBEDATUM | 1. März 1962 |
| STERBEORT | Queens, New York |