Richard Luksch (geboren 23. Januar 1872 in Wien; gestorben 21. April 1936 in Hamburg) war Bildhauer, Keramiker und Kunsthandwerker.
Die Ausbildung des Richard Luksch begann mit dem Besuch der Oberrealschule. Nach seinem Einjährig-Freiwilligendienst studierte er an der Akademie der bildenden Künste in München. Er besuchte ein Jahr lang als Privatschüler die Zeichenschule Kur, danach zwei Jahre die Zeichenschule Hackel (an der Münchener Akademie) und weitere zwei Jahre die Malschule Stöcker; darüber hinaus lernte er beim Bildhauer Gester. Sein Hauptwerk war Der Wanderer, eine lebensgroße Figur aus Eichenholz und Muschelkalkstein. Luksch stellte wiederholt in der Wiener Secession und im Münchener Glaspalast aus. 1902 hatte er sein Atelier im 3. Wiener Gemeindebezirk, Hainburgerstraße 24.
Richard Luksch war zwei Mal verheiratet. Die erste Ehe mit der russischen Malerin und Bildhauerin Elena Luksch-Makowsky (1878–1967) dauerte von 1900 bis 1923. Mit ihr hatte er drei Söhne: Peter (1901–1988), Andreas (1903–1966) und Demeter (1912–1961). Die Eheleute trennten sich 1919, jedoch die Scheidung konnte erst 1923 erfolgen. Die Ausdruckstänzerin Ursula Falke (1896–1981) heiratete er deshalb erst 1923, nachdem er bereits am 28. November 1921 Vater der gemeinsamen Tochter Jorinde (1921–1971) geworden war.
Richard Luksch gehörte der Gruppe um Gustav Klimt an, mit dem er 1905 die Wiener Secession verließ. Der Wiener Architekt Otto Wagner nennt in seinem Nachruf auf Joseph Maria Olbrich den Fortgang Lukschs aus Wien in einem Satze mit Czeschka und Olbrich „einen großen Nachteil für die Kunst und einen großen wirtschaftlichen Nachteil für Österreich“. Er schuf Arbeiten unter anderem für die Wiener Werkstätte (Ausstattung Sanatorium Purkersdorf, Palais Stoclet) und Otto Wagner (unter anderem Statuen für die Kirche am Steinhof).

Für die Hamburger Lessing-Gesellschaft modellierte Luksch 1911 für die Aufführung der Die tragische Historie vom Doktor Faustus von Christopher Marlowe die Bühnenmasken von Luzifer, Beelzebub und der sieben Todsünden: Neid, Geiz, Hochmut, Zorn, Völlerei, Trägheit und Wollust. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zeigte zeitweise in „nackter“ Form vier der Masken, nämlich Neid, Geiz, Hochmut und Wollust.
Im April 1907 wurde Luksch von Richard Meyer an die Staatliche Kunstgewerbeschule Hamburg berufen. Dort war er bis 1936 Professor, zunächst an ihrem alten Standort am Steintorplatz, danach im Neubau am Lerchenfeld, der heutigen Hochschule für bildende Künste Hamburg, zudem war er Mitglied im Deutschen Künstlerbund. 1934 wurde er, wegen NS-kritischer Mitwirkung am Hamburger Künstlerfest „Krawall im All“, vorzeitig aus dem Staatsdienst entlassen.
In seiner künstlerischen Arbeit blieb er zeitlebens dem Jugendstil verbunden, sein später Stil war aber „geometrisch geschärft“.
Zu den Schülern von Luksch gehören Niko Wöhlk, Gustav Weidanz, Hans Martin Ruwoldt, Karl Opfermann, Will Lammert, Alwin Blaue, Hildegard Domizlaff, Karl Allöder, Karl August Ohrt und Hans Peter Feddersen, Konrad Adolf Lattner und Kurt Bauer.
Richard Luksch ist auf dem Ohlsdorfer Friedhof auf der Grabstätte seines Schwiegervaters Gustav Falke in der Grablage AC7 109-113 begraben.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Luksch, Richard |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichisch-deutscher Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 23. Januar 1872 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 21. April 1936 |
| STERBEORT | Hamburg |