Ricordanze

Ricordanze von ital. ricordanza (spätlat. recordantia Erinnerung) dient als Name für schriftliche Aufzeichnungen in der italienischen Volkssprache (volgare), die chronologisch in Art eines Tagebuchs geführt wurden. Der Begriff ist bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts belegt.

Typologie

Geschäftliche und private Notizen können vermischt sein, bei Kaufleuten sind die ricordanze in der Regel Bestandteil der Geschäftsbücher, die von Söhnen und Nachfolgern weitergeführt werden konnten. Teilweise erfüllen sie auch die Funktion von Rechnungsbüchern. Bekannte Beispiele sind aus dem spätmittelalterlichen Florenz überliefert, doch ist diese Textgattung nicht auf Florenz beschränkt. Unbekannt ist die Gewohnheit in Venedig.

Von italienischen Schriftstellern des 19. Jahrhunderts wie Giacomo Leopardi und Luigi Settembrini wird der Begriff als Titel für autobiographische Erinnerungen benutzt.

Siehe auch

Edierte Texte (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ James S. Grubb, Memory and identity: Why Venetians didn’t keep ricordanze. In: Renaissance Studies – Journal of the Society for Renaissance Studies 8, 1994, S. 375–387.