Rifeh

Gräber von Rifeh
Statuetten aus dem „Grab der Zwei Brüder“ aus Rifeh

Rifeh (arabisch ريفا, DMG Rīfā, oder دير ريفا, DMG Dair Rīfā) ist ein Dorf in Mittelägypten (Thebais). Es liegt im Gouvernement Asyut ca. 10 km südlich von der Gouvernementshauptstadt Assuit.

Gräberfelder

In der Nähe von Rifeh befinden sich umfangreiche Nekropolen, die von der Ersten Zwischenzeit bis in die Ptolemäerzeit datieren. Diese Gräberfelder sind der Bestattungsort der Gauhauptstadt Schas-hotep (Hypselis).

Umfangreiche Grabungen wurden hier nur im Jahr 1906/1907 von Flinders Petrie durchgeführt. Die Gräberfelder waren zum großen Teil stark beraubt. Es handelt sich meist um einfache Erdbestattungen. Als Beigaben fanden sich neben Keramik die sogenannten Seelenhäuschen, kleine Hausmodelle aus Ton, die den Ort der Gräber markierten.

In der Wüste, etwas höher gelegen, befinden sich einige große Felsgräber, die zum Teil Gaufürsten des Mittleren Reiches, aber auch lokalen Beamten des Neuen Reiches gehörten. Im Hof eines dieser Gräber fand sich die Bestattung von zwei angeblichen Brüdern die unberaubt war und zwei Sätze von Särgen, einen Kanopenkasten und hölzerne Uschebtis enthielt. Die Mumien wurden 1908 von Margaret Murray ausgewickelt, waren aber sehr schlecht erhalten.

Papyri von den Kartonagen – die Rifeh Masken

Kartonage bedeutet in der Ägyptologie und Papyrologie ein Material aus mehreren Lagen zusammengeleimtem Papyrus. Feucht eignen sie sich zum Modellieren von unregelmäßigen Oberflächen. Diese Methode wurde in den Beerdigungswerkstätten verwandt, um Särge, Masken oder Platten herzustellen, um den ganzen oder Teile des mumifizierten und eingewickelten Körper zu bedecken. Aus ca. 6–8 Lagen zusammengeklebter Einzelblätter fertigte man Mumiensärge. Die vergipste Oberfläche (Gesso) ergab einen gleichmäßigen Untergrund, um darauf Motive mit längerer Haltbarkeit zu malen, als es auf einem Leinentuch möglich war.

Weil für die größeren Abdeckungen auch Urkunden oder Buchrollen verwendet wurden, kam Petrie auf die Idee der Rückgewinnung dieser Papyri aus den Totenmasken, die außergewöhnlich gut erhalten waren. Er schreibt dazu in seinem Grabungsbericht von 1907:

„'At Rifeh some cartonnages made up of papyri were found. I damped, opened, and cleaned them, and then the Greek were submitted to Drs. Mahaffy and Smyly, and the demotic to Sir Herbert Thompson.'“

– W.M. Flinders Petrie: Gizeh and Rifeh. British School of Archaeology in Egypt. XIII. London 1907

Übersetzung: „In Rifeh wurden einige Kartonagen aus Papyri gefunden. Ich dämpfte, öffnete und reinigte sie und dann wurden die Griechischen an Drs. Mahaffy und Smyly und die demotischen an Sir Herbert Thompson übergeben“.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Marisol Solchaga: The Earthly Realm: ‘Offering-trays’ as material traces of the encounter between the living and the dead in Egypt, ca. 2200-1650 BC (=GHP Egyptology. Band 38). Golden House Publications, London 2024, ISBN 978-1-906137-89-2, S. 160–173.
  2. ↑ Ann Rosalie David, The Two Brothers: Death and the Afterlife in Middle Kingdom Egypt. Bolton, Rutherford Press 2007

Koordinaten: 27° 6′ 0″ N, 31° 10′ 30″ O