| Riga Vanderers | |
| Basisdaten | |
|---|---|
| Name | Sporta Biedrība Riga Vanderers |
| Sitz | Riga, Lettland |
| Gründung | 21. Oktober 1927 |
| Auflösung | 1944 |
| Farben | unbekannt |
| Erste Fußballmannschaft | |
| Spielstätte | unbekannt |
| Höchste Liga | Virslīga |
| Erfolge | Lettischer Pokalsieger 1938 |
Der Sporta Biedrība Riga Vanderers kurz Riga Vanderers auch Rigas Vanderer (deutsch: Sportverein Riga Wanderer) war ein lettischer Sportverein aus Riga, welcher mit einer Unterbrechung im Zweiten Weltkrieg von 1927 bis 1944 existierte. Die Fußballabteilung des Vereins spielte insgesamt elf Jahre in der Virslīga, der höchsten lettischen Spielklasse. Größte Erfolge waren zwei Vizemeisterschaften in den 1932 und 1934 und der Sieg im Lettischen Pokal 1938. Im Oktober 1938 wurde der Verein in Riga Vilki (deutsch: Rigaer Wölfe) umbenannt.
Die Entscheidung zur Gründung des neuen Sportvereins wurde von Arthur MacPherson, dem ehemaligen Generalkonsul des Vereinigten Königreichs in Riga und dem lettischen Kaufmann R. Jansons getroffen. Der 21. Oktober 1927 gilt als Gründungsdatum des Vereins. Die Vanderers bestritten ihr allererstes Spiel am 13. Mai 1928 gegen den SK Tallinna Sport aus Estland. Der neu gegründete Sportverein versprach zunächst, sich vor allem der Förderung junger Fußballspieler zu widmen. Tatsächlich bestand jedoch nahezu die gesamte erste Mannschaft der Vanderers in den Anfangsjahren aus bereits bekannten und erfahrenen Spielern anderer Rigaer Sportvereine. Darunter hauptsächlich vom RFK Riga sowie mehreren Spielern des SV Kaiserwald Riga. Da die Mehrheit der Spieler der ersten Vanderers-Mannschaft vom RFK Riga kam, entwickelte sich zwischen diesen beiden Vereinen eine tiefe Rivalität, und mehrere ihrer Spiele endeten in gewaltsamen Auseinandersetzungen.
Im Jahr 1929 gelang der Aufstieg in die Virslīga, der höchsten lettischen Spielklasse. Die erste Saison in der höchsten Liga endete mit dem dritten Platz, vor allem dank einer stabilen Defensive. Die Saison 1931 verlief mit Platz vier weniger erfolgreich, doch 1932 kamen die Vanderers seiner größten Chance auf den Meistertitel der lettischen Liga so nah wie nie zuvor. Der Verein beendete die Saison punktgleich mit dem ASK Riga. Daher war ein Entscheidungsspiel notwendig, in dem der Armeesportverein ASK mit 3:1 als Sieger hervorging. In den folgenden Jahren konnten die Vanderers das Ergebnis von 1932 nicht übertreffen, wiederholten es jedoch 1934 mit der Vizemeisterschaft, wobei der Abstand zum Meister RFK Riga deutlich war. Deutlich erfolgreicher war der Verein in den Pokalwettbewerben. 1933 erreichten die Vanderers das erste Finale im Rigaer Fußballpokal, verloren dort jedoch gegen den ASK Riga. Im folgenden Jahr gewannen sie den ersten Pokal, und 1936 folgte ein weiterer. Der größte Pokalerfolg der Mannschaft war jedoch der Sieg im Lettischen Pokal im Jahr 1938 im Finale gegen den ASK Riga. Im Herbst 1938 änderte der Verein seinen Namen von den Riga Vanderers in Riga Vilki („Rigaer Wölfe“), kurz RV.
Im Jahr 1940, nach der sowjetischen Besetzung Lettlands, wurde der Verein aufgelöst. Einige Spieler schlossen sich verschiedenen neu gegründeten Vereinen des sowjetischen Systems an. Gleichzeitig repatriierten mehrere Deutsch-baltische Spieler 1939 in das Deutsche Reich, darunter Harijs Fogels, Ēriks Brēde, Ēriks Bēze, Česlavs Stančiks und die Plade Brüder Teodors und Voldemārs. Der Verein wurde 1941 während der deutschen Besatzungszeit wiedergegründet und nahm 1942 erneut an der Rigaer Meisterschaft teil, jedoch nicht an der Virslīga 1942. 1943 kehrte der Verein in die höchste Spielklasse zurück, konnte jedoch mit den stärkeren Mannschaften nicht mehr mithalten. In der abgebrochenen Saison 1944, belegte der Verein den letzten Platz. Als die sowjetische Armee 1944 erneut in Lettland einrückte, wurde der Verein zum zweiten und endgültigen Mal aufgelöst.
Der Verein verpflichtete häufig ausländische Trainer, um die Mannschaft zu betreuen. Dies spiegelte den Ehrgeiz des Vereins wider, sich im lettischen Fußball der Zwischenkriegszeit auf höchstem Niveau zu etablieren. Zu den bekanntesten Trainern gehörten die Österreicher Karl Kurz und Peter Tandler, sowie Willy Malousek und Hilberg. Wenn die Verpflichtung eines ausländischen Trainers nicht möglich war, setzte der Verein auf einheimische Kräfte. Ein Beispiel hierfür ist Voldemārs Plade, ein ehemaliger Spieler des Vereins, der in den 1930er Jahren das Traineramt übernahm.
Die Tabelle zeigt das sportliche Abschneiden der Riga Vanderers bzw. Riga Vilki in der Virslīga.
| Saison | Liga (Ebene) | Platz | Spiele | S | U | N | Tore | Diff. | Punkte | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1930 | Virslīga (I) | 3. | 12 | 6 | 2 | 4 | 18:15 | +3 | 14 | |
| 1931 | Virslīga (I) | 4. | 14 | 6 | 3 | 5 | 22:25 | −3 | 15 | |
| 1932 | Virslīga (I) | 2. | 14 | 9 | 2 | 3 | 26:17 | +9 | 20 | |
| 1933 | Virslīga (I) | 4. | 14 | 8 | 1 | 5 | 23:18 | +5 | 17 | |
| 1934 | Virslīga (I) | 2. | 14 | 9 | 0 | 5 | 30:14 | +16 | 18 | |
| 1935 | Virslīga (I) | 4. | 14 | 6 | 2 | 6 | 33:24 | +9 | 14 | |
| 1936 | Virslīga (I) | 7. | 14 | 3 | 2 | 9 | 26:25 | +1 | 8 | |
| 1937/38 | Virslīga (I) | 4. | 12 | 4 | 4 | 4 | 33:15 | +18 | 12 | Lettischer Pokalsieger |
| 1938/39 | Virslīga (I) | 4. | 14 | 7 | 3 | 4 | 19:18 | +1 | 17 | |
| 1939/40 | Virslīga (I) | 5. | 14 | 5 | 2 | 7 | 29:26 | +3 | 12 | |
| 1943 | Virslīga (I) | 5. | 6 | 2 | 0 | 4 | 12:15 | −3 | 4 |