Der Rigorismus (von lateinisch rigor „Steifheit, Härte, Unbeugsamkeit“) bezeichnet
Die Adjektive „rigoros“ und „rigid“ sind teilsynonym, insofern sie beide unter anderem „hart“ oder „streng“ bedeuten. Unter dem Substantiv Rigorismus werden theoretische Begründungen für eine insbesondere ethische/moralische Härte beschrieben, zumeist mit einer abwertenden Konnotation.
Zenon von Kition vertrat einen Rigorismus, der in der Beherrschung der Leidenschaften ein „Grundcharakter der stoischen Haltung“ sein soll.
Rigorismus wird vor allem im Hinblick auf Kant thematisiert. Rigorismus kann bei ihm zweierlei bedeuten: zum einen eine Denkungsart, zum anderen eine ethische Forderung:
Dies ist der Versuch, die Inhalte aller praktischen Urteile entweder als geboten oder verboten (und nicht auch als freigestellt) wiederzugeben.
Die Forderung, dass nur diejenigen Handlungen moralisch gut sind, die nicht nur „pflichtgemäß“, sondern „aus Pflicht“ erfolgen.
Die Interpretation ist streitig. Schiller unterstellt Kant, dass dieser damit das Pflichtgefühl als einziges moralisch gute Motiv zulasse. Nach anderen will Kant nur verbieten, „Motive … als Gründe für deren Ausführung heranzuziehen.“
Als Rigorist gilt auch Fichte.