Robert Francis „Bob“ LuPone (* 29. Juli 1946 in Brooklyn, New York City, New York; † 27. August 2022 in Albany, New York) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Tänzer und der Künstlerische Leiter des MCC Theaters in New York City.
LuPone war der Sohn von Orlando Joseph LuPone, einem Schulleiter und Englischlehrer an der Walt Whitman High School in Huntington, Long Island, und von Angela Louise Patti, Bibliothekarin am C. W. Post Campus der Long Island University; väterlicherseits stammte er aus den Abruzzen, mütterlicherseits aus Sizilien.
Neben seinem Zwillingsbruder William hatte er eine jüngere Schwester, die Schauspielerin und Sängerin Patti LuPone. Seine Urgroßtante war die im 19. Jahrhundert in Spanien geborene italienische Opernsängerin Adelina Patti, sein Cousin Tom Fontana, zudem war er der Schwager von Matthew Johnston.
LuPone wuchs in Northport auf Long Island auf und kam früh mit der Schauspielerei in Berührung, als er seine Schwester Patti bei einem PTA Dance Concert an seiner Grundschule tanzen sah. Ein Jahr später begann er nach der Schule erste Tanzschritte zu lernen und besuchte im Alter von 15 bis 18 das Martha Graham Studio, wo er eine Tanzausbildung unter Antony Tudor, José Limon und Martha Graham absolvierte, bevor er seine Ausbildung an der Juilliard School fortsetzte, an der auch seine Schwester ihren Abschluss machte. Im Anschluss studierte er Schauspiel und Theater am HB Studio in Greenwich Village unter Uta Hagen sowie am Drama Studio in London.
Am 18. Juni 1978 heiratete er Kathryn M. Duke. Seit dem 4. Oktober 1998 war er in zweiter Ehe, bis zu seinem Tod, mit Virginia Rae Robinson verheiratet. Das Paar lebte zuletzt in Athens in Greene County und hatte einen gemeinsamen Sohn.
LuPone starb im Alter von 76 Jahren in einem Hospiz in Albany im US-Bundesstaat New York an den Folgen von Bauchspeicheldrüsenkrebs und wurde von seiner Frau, seinem Sohn und seinen Geschwistern überlebt; seine Asche wurde der Familie übergeben.
Nach seinem Abschluss an der Juilliard School im Jahr 1968 hatte LuPone im selben Jahr sein Debüt am Broadway als Tänzer in Noël Cowards Sweet Potato. Als Tänzer war er in drei weiteren Produktionen zu sehen, bevor er 1975 erfolgreich für A Chorus Line vorsprach, nachdem er Michael Bennett überzeugt hatte, ihn die Rolle des Regisseurs Zach spielen zu lassen.
LuPone wurde 1976 für seine Darstellung für den Tony Award als „Bester Hauptdarsteller“ in einem Musical nominiert – es war seine letzte Tanzrolle. Zu weiteren Auftritten gehörten The Magic Show (1974), Saint Joan (1977), Late Nite Comic (1987), A View from the Bridge (1997), True West (2000) und A Thousand Clowns (2001). Zu seinen zahlreichen Off-Broadway-Auftritten gehörten Twelfth Night (1980), Black Angel (1982) und Lennon (1982). Darüber hinaus trat er auch an regionalen Theatern auf und wurde mit dem Jeff Award ausgezeichnet.
1986 gründete LuPone zusammen mit Bernard Telsey und William Cantler die Manhattan Class Company (MCC), aus der das gemeinnützige MCC Theater am Off-Broadway hervorging. Als künstlerischer Leiter produzierte er unter anderem Frozen (2004), Reasons To Be Pretty (2008) und Hand to God (2014), die alle für den Tony Award für das beste Theaterstück nominiert wurden und schließlich ihren Weg an den Broadway fanden. Blake West kam 2006 als geschäftsführender Direktor zum Unternehmen. Seit dem 9. Januar 2019 firmiert die Theatergruppe als Robert W. Wilson MCC Theater Space in Manhattans Stadtteil Hell’s Kitchen. Bis zum Frühjahr 2011 war er zudem Leiter des MFA Drama Program an der New School for Drama in New York City.
Sein Filmdebüt hatte er 1973 in der Rolle des Apostels James (Jakobus) in Jesus Christ Superstar. Im Fernsehen trat LuPone in mehreren Seifenopern auf, so war er in den 1980er Jahren als Zack Grayson in All My Children und in den 1990er Jahren in Guiding Light zu sehen. Für seine Darstellung in All My Children war er 1985 in der Kategorie „Outstanding Actor in a Supporting Role in a Daytime Drama Series“ für den Daytime Emmy Award nominiert.
Von 1999 bis 2007 verkörperte er Dr. Bruce Cusamano in fünf Folgen der Fernsehserie Die Sopranos, dem Nachbarn der titelgebenden Familie. Zwischen 2003 und 2009 hatte er eine Nebenrolle als Nelson Broome in Criminal Intent – Verbrechen im Visier sowie in Law & Order: Special Victims Unit im Jahr 2004.
Er spielte auch in der Pilotfolge der NBC-Musical-Serie Smash sowie in der Pilotfolge des Showtime-Dramas Billions mit.
Im deutschen Sprachraum wurde LuPone unter anderem von Walter Alich, Michael Christian, Arne Elsholtz, Till Hagen, Joachim Höppner, Michael Iwannek, Matthias Klages, Reinhard Kuhnert, Wolff von Lindenau, Christoph Lindert, Ronald Nitschke, Joachim Pukaß, Peter Reinhardt, Lutz Riedel, Bernd Rumpf, Frank-Otto Schenk, Manfred Schott, Ulf-Jürgen Wagner, Bodo Wolf und Hasso Zorn synchronisiert.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | LuPone, Robert |
| ALTERNATIVNAMEN | LuPone, Robert Francis (Geburtsname); LuPone, Bob |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Schauspieler, Tänzer und Künstlerischer Leiter |
| GEBURTSDATUM | 29. Juli 1946 |
| GEBURTSORT | Brooklyn, New York City, New York, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 27. August 2022 |
| STERBEORT | Albany, New York, Vereinigte Staaten |