Robert Mielke

Robert W. Mielke (* 15. Dezember 1863 in Berlin; † 30. August 1935 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Volkskundler und Siedlungsforscher.

Leben und Wirken

Robert Mielke war ein Sohn des Tischlermeisters Wilhelm Mielke und der Henriette Mielke, geb. Heinicke. Nach dem Besuch der Friedrichwerderschen Oberrealschule (bis 1884) studierte er Malerei und war als Landschaftsmaler tätig. Während eines Studienaufenthaltes in Italien gab er die Malerei auf, um sich geschichtlichen und volkskundlichen Studien zu widmen. Er wurde Kunst- und Zeichenlehrer am Joachimsthalschen und am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium. 1913 wurde ihm der Professorentitel verliehen. 1916 folgte die Habilitation an der Technischen Hochschule in Charlottenburg über das Wegesystem im und bei dem Dorfe. An der gleichen Hochschule erhielt er einen Lehrauftrag und las als außerordentlicher Professor (seit 1922) über historische Siedlungskunde und Heimatschutz.

Mielke beschäftigte sich mit der Volkskunde, insbesondere mit Sagen, Sitten, Bräuchen, Aberglauben, Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen. Studienreisen führten ihn vom Trondheimfjord bis zur Sahara, von den Säulen des Herakles bis nach Kleinasien. 1904 gründete er mit Ernst Rudorff und Oskar Hoßfeld den deutschen Bund für Heimatschutz und 1907 mit Wilhelm Wetekamp die Landesgruppe Brandenburg im Deutschen Bund Heimatschutz. Außerdem gehörte er dem Verein für die Geschichte Berlins (seit 1888, im Januar 1935 Ehrenmitglied), dem Verein für Volkskunde (seit 1891), der Brandenburgia (seit 1892, deren Zweiter Vorsitzender), der Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Altertumskunde (seit 1898) und der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte an.

Während der Zeit nach 1918 widmete sich Mielke in weiteren Schriften grundlegenden Fragen der Siedlungsforschung. Mit dem Erstarken völkischer Kreise nach dem Ersten Weltkrieg hielt auch in das Werk Siedlungskunde des deutschen Volkes, welches im Verlag Lehmann, München, im Jahr 1927 erschien, nationalsozialistisches Gedankengut Einzug. In seinen Schriften warnte er vor den Gefahren einer „Blutverschlechterung durch Vermischung mit ungeeigneten Elementen“. „Nationale Kultur könne nur auf rassischem Boden entstehen, so eine seiner Thesen“. Januar 1929 war er Mitglied oder Unterstützer des Kampfbundes für deutsche Kultur.

Mielke heiratete 1904 Anne M. Kammann und in zweiter Ehe Margarethe Heinicke. Er starb auf einer Schwarzwaldreise am Herzschlag.

Werke

Mielke war von 1909 bis 1918 Herausgeber der Vierteljahresblätter Heimatschutz in Brandenburg und veröffentlichte neben Aufsätzen in der Zeitschrift für Ethnologie, der Brandenburgia und den Niederlausitzer Mitteilungen folgende Werke:

Literatur

Wikisource: Robert Mielke – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Robert Mielke, Rezension der Zeitschrift „Volk und Rasse“. In: Brandenburgia, 39, 1930, S. 155 f.
  2. ↑ 1935 – Bausteine zu einer Geschichte des Vereins im Nationalsozialismus. Verein für die Geschichte Berlins.
  3. ↑ Bundesarchiv Berlin, NS 8/122, Blatt 79f online
Personendaten
NAME Mielke, Robert
ALTERNATIVNAMEN Mielke, Robert W.
KURZBESCHREIBUNG deutscher Volkskundler und Siedlungsforscher
GEBURTSDATUM 15. Dezember 1863
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 30. August 1935
STERBEORT Freiburg im Breisgau