Rock N Rolla

Film
Titel Rock N Rolla
Originaltitel RocknRolla
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch, Russisch
Erscheinungsjahr 2008
Länge 110 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Guy Ritchie
Drehbuch Guy Ritchie
Produktion Steve Clark-Hall,
Susan Downey,
Guy Ritchie,
Joel Silver
Musik Steve Isles
Kamera David Higgs
Schnitt James Herbert
Besetzung
→ Synchronisation →

Rock N Rolla (Originaltitel: RocknRolla) ist eine britische Gangsterkomödie aus dem Jahr 2008. Regie führte Guy Ritchie, der auch das Drehbuch schrieb und den Film mitproduzierte.

Handlung

De Schauplatz des Films ist das heutige London, dessen Unterwelt sich fest in den Händen von Lenny Cole befindet. Dessen Macht entspringt seiner Kontrolle über Londons Baugewerbe. Seine rechte Hand ist Archy, aus dessen Sicht der Film erzählt wird.

Für ein großes Immobilienprojekt benötigt der zwielichtige russische Milliardär Juri Omovich eine Baugenehmigung. Lenny verspricht sie ihm für sieben Millionen Euro. Zum Dank leiht Omovich Lenny sein Lieblingsgemälde, das ihm bisher bei jedem Coup Glück gebracht hat.

Omovich beauftragt seine Buchhalterin Stella, die Zahlung der sieben Millionen Euro zu veranlassen und die Buchhaltung entsprechend zu frisieren. Stella wiederum lässt One Two und Mumbles, zwei Kleinkriminelle, die zuvor in einem anderen Coup Geld verloren haben und nun Lenny zwei Millionen Pfund schulden, von dem ungesicherten Geldtransfer wissen. Es gelingt den beiden, das Geld zu stehlen, sodass sie in der Lage sind, ihre Schulden bei Lenny zu begleichen.

Gleichzeitig stellt Lenny fest, dass ihm Omovichs Glücksgemälde gestohlen wurde. Zudem liest er in der Zeitung, sein Stiefsohn Johnny Quid, ein drogensüchtiger Rockstar, sei ums Leben gekommen.

Johnny Quid hat seinen Tod jedoch nur vorgetäuscht. Er hält sich in einer heruntergekommenen Wohnung auf, konsumiert ununterbrochen Drogen und vertieft sich in das Gemälde, das er seinem Stiefvater entwendet hat.

Als Omovich von dem gescheiterten Geldtransfer erfährt, bittet er Lenny um die Rückgabe seines Glücksgemäldes. Der behauptet zunächst, Archy habe den Schlüssel zu seinem Tresor verloren, in dem sich das Gemälde befinde.

Omovich trifft sich mit Stella und weist sie an, weitere sieben Millionen Euro aus den Firmenfinanzen abzuzweigen. Bei diesem Treffen versucht Omovich Stella näherkommen, sie weist ihn jedoch ab und erwähnt ihren Ehemann, der als Anwalt arbeitet.

Wieder erfahren One Two und Mumbles durch Stella, dass Omovich einen Geldtransfer veranlasst hat. Obwohl das Geld dieses Mal von zweien seiner besten Männer überbracht werden soll, gelingt es ihnen mit Hilfe ihres Freundes Handsome Bob, nach einer rasanten Verfolgungsjagd mit den beiden Russen das Geld an sich zu nehmen.

Als Lenny die Nachricht bekommt, dass sich Omovichs Gemälde im Besitz des totgeglaubten Johnny befindet, wendet er sich an dessen Manager Mickey und Roman, denen er droht, ihnen die Clublizenzen zu entziehen, falls sie Johnny nicht ausfindig machen. Langsam beginnt Lennys Thron jedoch zu wackeln. Es fällt ihm immer schwerer, über Mittelsmänner in wichtigen Positionen das Baugewerbe zu kontrollieren.

Als Lenny und Omovich sich erneut treffen, geraten sie aneinander. Da es Omovich in der Zwischenzeit gelungen ist, eigene Kontakte zu Lennys Mittelsmännern zu knüpfen, und er somit auf dessen Hilfe nicht mehr angewiesen ist, lässt er ihn bei einem Treffen auf dem Golfplatz zusammenschlagen. Lenny braucht fortan einen Rollstuhl.

One Two wird in seiner Wohnung von Stella überrascht. Die schon seit länger bestehende Anziehung zwischen den beiden mündet in Geschlechtsverkehr. One Two schenkt Stella zum Abschied das Glücksgemälde; zwei Drogenabhängige haben es Johnny entwendet und einem Freund von One Two verkauft, der es ihm als Geschenk für Stella zukommen ließ.

Kurz nachdem Stella die Wohnung verlassen hat, überfallen die beiden Männer Omovichs One Two, fesseln ihn ans Bett und wollen ihn foltern. Da betritt Archy die Wohnung, um One Two im Auftrag Lennys abzuholen. Er und seine Männer töten die Russen. Sie verhaften One Two samt Mumbles und Handsome Bob, die dazugestoßen sind, und bringen sie in eine verlassene Fabrik, um sie Lenny zu übergeben. Zur gleichen Zeit treffen dort auch Mickey und Roman mit Johnny ein.

Inzwischen geht Omovich bei Stella aufs Ganze. Er sucht sie in ihrer Wohnung auf und macht ihr einen Heiratsantrag. Sie nimmt die Schmuckschatulle Omovichs an, bittet sich aber ein paar Tage Bedenkzeit aus. Als Omovich sich umdreht, entdeckt er sein Glücksgemälde in Stellas Wohnung. Kurzerhand ruft er per Handy seine rechte Hand Viktor ins Haus. Der lässt sich vor dem Betreten des Hauses Handschuhe vom Chauffeur geben. Stellas Schicksal bleibt ungewiss.

In der Fabrikhalle stehen sich nun Lenny und Archy, die gefesselten One Two, Mumbles und Handsome Bob sowie Johnny und seine Manager gegenüber. Da Lenny seinen mit Drogen vollgepumpten Stiefsohn nicht mehr dulden will, befiehlt er, Johnny samt seinen Managern zu töten. Im Fahrstuhl überwältigen sie jedoch seine Handlanger.

Gleichzeitig offenbart Handsome Bob Archy, er habe von Stellas Ehemann eine wichtige Information erhalten, die sich in einem Umschlag in seiner Jackentasche befindet. Archy beginnt, das Dokument laut vorzulesen, aus dem hervorgeht, dass Lenny seit vielen Jahren unter einem Decknamen als Informant der Polizei fungiert und für jeweils mehrjährige Gefängnisaufenthalte Archys, One Twos und der anderen verantwortlich ist. Auf Archys Befehl findet Lenny auf die gleiche Weise den Tod, auf die er selbst zuvor viele andere hat foltern und töten lassen: Er wird in ein Wasserbecken mit Krebsen getaucht.

Der Film schließt damit, dass Archy den gesundeten Johnny nach einer Entziehungskur von der Klinik abholt und ihm das Bild schenkt, wobei nicht aufgelöst wird, woher er es hat. Zukünftig wollen Archy, Johnny und One Two gemeinsam die Unterwelt regieren.

Kritiken

James Christopher schrieb in der Zeitung The Times vom 2. September 2008, Rock N Rolla sei ein Film, der die verrückte Londoner Unterwelt durchforste. Er sei für Guy Ritchie typisch – dazu würden unter anderem Zeitlupenaufnahmen von Thandie Newton in High-Heels und „jede Menge lärmender Rockmusik“ gehören. Die locker verwobenen Handlungsstränge verknüpfe man zum Ende im „verzweifelten Versuch, ein angemessen blutiges Finale“ zu schaffen. Ritchie stehle bei seinem Idol Quentin Tarantino, dessen Phantasie ihm jedoch fehle.

David Germain schrieb in der Zeitung The Washington Times vom 5. September 2008, Ritchie kehre zum Subgenre der Gangstergeschichte wie Bube, Dame, König, grAs und Snatch – Schweine und Diamanten zurück. Er weise jene „manische Energie“ auf, der das Publikum der früheren Filme des Regisseurs verfallen sei.

Die Filmzeitschrift Cinema schrieb im Fazit: „Die ultracoole Gangstersatire und ihr grandioser Soundtrack strotzen nur so vor Energie – über die wenigen erzählerischen Schwächen sieht man dabei gerne hinweg.“

Bernhard Lichtenberger schrieb in der OÖN vom 21. März 2009: „Guy Ritchie lässt es drunter und drüber gehen, mit Elan, feschen Schnitten, feinen Mimen, gewitzten Szenen, lässigen Dialogen und hohem Unterhaltungswert.“

Mark Kermode sagte in seinem Blog bei der BBC vom 2. September 2009, dass der Film nicht schlecht (bad), sondern furchtbar (terrible) sei und stellte die Frage, warum es Guy Ritchie weiterhin erlaubt sei, Filme zu drehen.

Soundtrack

Die Musik zum Film enthält die folgenden Titel:

  1. People Ask the Question (Dialogsequenz)
  2. I’m a Man von Black Strobe
  3. Have Love, Will Travel von The Sonics
  4. No School Like the Old School (Dialogsequenz)
  5. Bankrobber von The Clash
  6. The Trip von Kim Fowley
  7. Slap Him! (Dialogsequenz)
  8. Ruskies von Steve Isles
  9. Outlaw von War
  10. Waiting for a Train von Flash and the Pan
  11. Junkies (Dialogsequenz)
  12. Rock & Roll Queen von The Subways
  13. The Gun von Lou Reed
  14. The Stomp von The Hives
  15. We Had Love von The Scientists
  16. Sausage & Beans (Dialogsequenz)
  17. Mirror in the Bathroom von The Beat
  18. Funnel of Love von Wanda Jackson
  19. Such a Fool von 22-20s
  20. Dopilsya von Sektor Gasa
  21. Negra Leono von Miguelito Valdés

Bemerkungen

Synchronisation

Die deutschsprachige Synchronbearbeitung entstand bei der Interopa Film in Berlin. Jan Odle schrieb das Dialogbuch und führte Dialogregie.

Darsteller Rolle Deutscher Sprecher
Gerard Butler One Two Tobias Kluckert
Mark Strong Archie Tom Vogt
Tom Wilkinson Lenny Cole Lutz Riedel
Idris Elba Mumbles Thomas Petruo
Gemma Arterton June Luise Helm
Thandie Newton Stella Nana Spier
Jeremy Piven Roman Markus Pfeiffer
Ludacris Mickey Jan Odle
Toby Kebbell Johnny Quid Daniel Fehlow
Tom Hardy Handsome Bob Tommy Morgenstern
Jimi Mistry Stadtrat Karlo Hackenberger
Karel Roden Uri Omovich Joachim Tennstedt
Matt King Cookie Udo Schenk
Geoff Bell Fred the Head Rainer Doering
Johnny Harris Gary Gerald Schaale
David Leon Malcolm Marcel Collé
Michael Ryan Pete Dennis Schmidt-Foß
James Greene Richter Eberhard Prüter
Jamie Campbell Bower Rocker Konrad Bösherz
Nonso Anozie Tank Torsten Michaelis

Einzelnachweise

  1. ↑ Freigabebescheinigung für Rock N Rolla. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 115573/DVD; abgerufen am 17. April 2026).
  2. ↑ Alterskennzeichnung für Rock N Rolla. Jugendmedien­kommission.
  3. ↑ Filmkritik von James Christopher, abgerufen am 11. September 2008.
  4. ↑ David Germain: Filmkritik (Memento des Originals vom 26. Oktober 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. In: Washington Post. Abgerufen am 11. September 2008. (englisch)
  5. ↑ Rock N Rolla. In: cinema. Abgerufen am 18. März 2022.
  6. ↑ Bernhard Lichtenberger: RockNRolla: Schräge Fädenzieher und Puppenspieler. In: Oberösterreichische Nachrichten. 21. März 2009.
  7. ↑ „RocknRolla Suicide: Mr Madonna gets to play robbers and robbers again. Ain’t no-one seen his previous?“, abgerufen am 16. Februar 2010
  8. ↑ Filming locations for RocknRolla. In: imdb.com. Abgerufen am 11. September 2008.
  9. ↑ Box office / business for RocknRolla, abgerufen am 11. September 2008.
  10. ↑ tiff08.ca (Memento des Originals vom 11. September 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 11. September 2008.
  11. ↑ Release dates for RocknRolla, abgerufen am 22. November 2008
  12. ↑ Sascha Westphal: „RocknRolla“ macht Abramowitsch lächerlich. In: Die Welt. 20. März 2009.
  13. 1 2 Rock N Rolla. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 3. Oktober 2022.