Roderich Feldes (* 21. Dezember 1946 in Offdilln; † 10. Mai 1996 in Eiershausen) war ein deutscher Schriftsteller.
Feldes besuchte – gemeinsam mit dem späteren Schriftsteller Gert Loschütz – den altsprachlichen Zweig der Wilhelm-von-Oranien-Schule, ein Humanistisches Gymnasium in Dillenburg, wo sie Gedichte in der Schülerzeitung Funzel veröffentlichten. Ein Jahr nach seinem Abitur 1967 erschien Feldes’ erster Gedichtband haubergsnelken im Suhrkamp Verlag. Nach seinem Studium der Germanistik, Volkskunde, Linguistik und Philosophie in Gießen und Frankfurt am Main und nach der Promotion zum Dr. phil. im Jahr 1974 arbeitete Feldes als freier Schriftsteller in Eibelshausen in der Nähe seines Geburtsortes Offdilln. Im Juni 1977 nahm Roderich Feldes am Lyrikfestival in Hamburg teil.
Seine Kindheit im noch bäuerlichen Dorf blieb ihm eine prägende Erfahrung. Bis zu seinem frühen Tod 1996 lebte er mit seiner Familie im Nachbarort Eiershausen, wo er in Dorfvereinen mitwirkte. So war er langjähriger Schriftführer des örtlichen Gesangvereins und Mitinitiator des Heimatmuseums Eschenburg (heute Regionalmuseum). Dieses ehrenamtlich betreute Museum ermöglicht durch seine regelmäßigen Ausstellungen von volkskundlichen Objekten einen Blick in die vergangene und gegenwärtige Alltagskultur und entwickelt sich zu einem Treffpunkt der umgebenden Dörfer.
Roderich Feldes war verheiratet, hatte vier Kinder, lebte in Eschenburg-Eiershausen und starb dort am 10. Mai 1996 im Alter von 49 Jahren.
Feldes schuf ein umfangreiches literarisches Werk, das aus Buchrezensionen, Romanen, Essays, Erzählungen, Gedichten, Kurzprosa und einer großen Zahl von Hörspielen und Dokumentarhörstücken besteht. Einige seiner Werke wurden auch verfilmt. Ebenso arbeitete Feldes wissenschaftlich, sowohl selbstständig als auch als Herausgeber. Er wurde 1974 mit der Arbeit Das Wort als Werkzeug an der Justus-Liebig-Universität Gießen promoviert. 1978 erschien die umfassende Untersuchung Magie, die unbewußte Kraft.
Feldes sah sich als Zeuge einer Zeitenwende. Mit seiner Heimat im oberen Dilltal verbunden, bewahrte er sich in seinem Schreiben eine kritische innere Distanz zu den unmittelbaren Vorgängen um ihn herum. Er beschreibt den Wandel im Dorfleben als Folge der hochgerüsteten Konsumwelt und konstatiert eine Zerbröselung der Gesellschaft in Einzelne, „weil eben nicht mehr das ganze Spektrum des Lebens die Klammer ist“. Über seine Situation als Schriftsteller im Dorf sagte er, wenn die Verstädterung der Dörfer auch nicht aufzuhalten sei, gebe es doch noch immer ein beispielhaftes soziales Geflecht, in dem sich die allgemeine soziale Wirklichkeit genauer widerspiegele, jedenfalls für ihn deutlicher sichtbar werde, als das in einer größeren Stadt sein könnte.
Im Jahr 2001 wurde die Roderich-Feldes-Gesellschaft als literarischer und kultureller, eingetragener Verein mit Sitz in Dillenburg (Hessen) gegründet. Sie soll das Andenken an das Leben und das literarische Werk von Roderich Feldes als genauem Beobachter des sozialen Wandels und des Umbruchs im dörflichen Raum des Dilltals bewahren.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Feldes, Roderich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 21. Dezember 1946 |
| GEBURTSORT | Offdilln |
| STERBEDATUM | 10. Mai 1996 |
| STERBEORT | Eiershausen |