
Roger Establet (* 12. März 1938 in Nizza; † 8. April 2026 in Rognes) war ein französischer Soziologe.
Establet erhielt seine Ausbildung an der École normale supérieure und wandte sich zunächst der Philosophie zu. 1962 legte er seine Agrégation ab. Er war als Autor 1965 am zweiten Band von Das Kapital lesen beteiligt, der maßgeblich von Louis Althusser geprägt war. 1970 erschien das gemeinsam mit Christian Baudelot verfasste Werk L’École capitaliste en France, womit er sich der Soziologie zuwandte. Das Werk war ein Erfolg und gilt als Klassiker der Bildungssoziologie. Baudelot und er schrieben weitere gemeinsame Bücher.
1998 wurde er als Professor für Soziologie an der Université de Provence pensioniert. Er blieb danach weiterhin als Autor tätig.
Zu Establets Forschungsgebieten gehörten das Bildungswesen, der Suizid, Generationenfragen sowie der Zugang zum Arbeitsmarkt. 2006 veröffentlichte er Suicide. L’envers de notre monde, worin er den Suizid als Indikator für den Zustand der Gesellschaft, für ihren Grad an Integration oder Anomie sowie für die Stärke oder Schwäche sozialer Bindungen zu einem bestimmten Zeitpunkt versteht.
Establet starb zwei Wochen nach seiner Frau Colette Establet, einer Historikerin, im April 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Establet, Roger |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Soziologe |
| GEBURTSDATUM | 12. März 1938 |
| GEBURTSORT | Nizza |
| STERBEDATUM | 8. April 2026 |
| STERBEORT | Rognes |