Roger Humbert besuchte von 1944 bis 1946 die Fachklasse für Grafik an der Kunstgewerbeschule Basel. Von 1947 bis 1950 machte er eine Fotografielehre in Basel, war von 1950 bis 1952 Assistent an der Fotofachschule École des arts et métiers in Vevey und absolvierte von 1952 bis 1953 eine Fachausbildung in Farbfotografie.
Roger Humbert gehörte zusammen mit René Mächler zu den Gründern der Konkreten Fotografie. Die 1967 in Bern stattfindende Ausstellung Konkrete Fotografie in der Galerie actuell ist die erste Anwendung jenen Begriffs, der zum Namensgeber dieser Kunstgattung wird. 1959 machte Roger Humbert eine Reise nach Japan, wo er eine Ausstellung mit dem Basler Maler Alfred Pauletto durchführte.
Er lebte und arbeitete in Basel. Im Juli 2022 starb er im Alter von 92 Jahren.
Werk
Roger Humbert arbeitete seit 1954 an seinen abstrakten Fotoarbeiten. Seine Luminogramme und Fotogramme bestehen aus Formelementen wie Schablonen, Lochkarten oder Stanzabfällen, die in einer Lichtquelle so kombiniert werden, dass sie rein auf ihre geometrische Struktur reduziert sind. Seine Arbeit war stark vom Konstruktivismus und Existenzialismus beeinflusst.
2014 Konkrete und Generative Fotografie 1960–2014 Teil I: Die Pioniere. Photo Edition Berlin, Katalog.
2015 Lichtbild und Datenbild. Spuren konkreter FotografieMuseum im Kulturspeicher Würzburg, Katalog.
Literatur
Claude Richard Stange: Alfred Pauletto – Roger Humbert. Malerei und Fotogramme, Katalog zu den Ausstellungen in Japan, 1959.
Teresa Gruber, Anna Martinez-Rodriguez, Bernd Stiegler, Lars Willumeit (Hrsg.): Roger Humbert – Fotografien für den geistigen Gebrauch. Vexer Verlag, St. Gallen 2025, ISBN 978-3-907112-97-7.