Roger Schank

Roger Carl Schank (* 12. Mai 1946 in New York City; † 29. Januar 2023 in Shelburne, Vermont) war ein US-amerikanischer Kognitionswissenschaftler, Informatiker und Pädagoge.

Leben

Roger C. Schank wurde 1969 in Linguistik an der University of Texas at Austin bei Jacob Mey promoviert (A Conceptual Dependency Representation for a Computer-Oriented Semantics), war Assistant Professor für Linguistik und Informatik an der Stanford University. 1972 schlug er die Theorie der konzeptuellen Abhängigkeit zur Erklärung des Zusammenspiels von Wortbedeutungen. Von 1974 bis 1989 war er Professor für Informatik und Psychologie an der Yale University, wo er das dortige Artificial-Intelligence-Projekt leitete. Er war Chief Education Officer auf dem West Coast Campus der Carnegie Mellon University und gründete dort das Center for the Learning Sciences. Danach war er bis zur Emeritierung Professor für Informatik, Pädagogik und Psychologie an der Northwestern University und war dort 1989 Gründer des Institute for the Learning Sciences (ILS).

Er war Gastprofessor an der Universität Paris VII.

In den 1970er und 1980er Jahren leistete er innovative Beiträge in der Forschung der künstlichen Intelligenz, insbesondere mit seinen Konzepten des Case-Based Reasoning, Skript und des Dynamic Memory. Traditionelle Ansätze der Kognitionsforschung gingen von einer regelgesteuerten Manipulation von Symbolen aus. Schank hingegen postulierte ein Gedächtnismodell, das sich in Form bedeutungstragender Episoden organisiert. Lernen und Problemlösen lassen sich in diesem Modell als Prozesse abbilden, die im Gedächtnis abgespeicherte beispielartige Fälle nutzen.

1994 gründete Schank das Unternehmen Cognitive Arts, das Multimedia-Anwendungen für die computergestützte Ausbildung entwickelt. 2002 folgte die Gründung von Socratic Arts, einem E-Learning-Anbieter. Darüber hinaus verfasste er zahlreiche Bücher zum Themenbereich Lernen, Sprache, Künstliche Intelligenz, Ausbildung, E-Learning etc.

Er gründete die Cognitive Science Society und war Mitbegründer der kognitionswissenschaftlichen Fachzeitschrift Journal of Cognitive Science.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Bücher:

In deutscher Übersetzung

Commons: Roger Schank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Steve Lohr: Roger C. Schank, Theorist of Artificial Intelligence, Dies at 76. In: The New York Times. 20. Februar 2022, abgerufen am 23. Februar 2022 (englisch).
  2. ↑ Roger Schank im Mathematics Genealogy Project (englisch)
  3. ↑ George A. Miller: Wörter. Streifzüge durch die Psycholinguistik. Herausgegeben und aus dem Amerikanischen übersetzt von Joachim Grabowski und Christiane Fellbaum. Spektrum der Wissenschaft, Heidelberg 1993; Lizenzausgabe: Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1995; 2. Auflage ebenda 1996, ISBN 3-86150-115-5, S. 304.
Personendaten
NAME Schank, Roger
ALTERNATIVNAMEN Schank, Roger C.
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Kognitionswissenschaftler und Informatiker
GEBURTSDATUM 12. Mai 1946
GEBURTSORT New York City
STERBEDATUM 29. Januar 2023
STERBEORT Shelburne, Vermont