Rohrspötter

Rohrspötter

Rohrspötter (Donacobius atricapilla)

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Donacobiidae
Gattung: Donacobius
Art: Rohrspötter
Wissenschaftlicher Name der Familie
Donacobiidae
Aleixo & Pacheco, 2006
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Donacobius
Swainson, 1831
Wissenschaftlicher Name der Art
Donacobius atricapilla
(Linnaeus, 1766)

Der Rohrspötter oder die Rohrspottdrossel (Donacobius atricapilla, Syn.: Donacobius atricapillus) ist ein südamerikanischer Singvogel und die einzige Art der Gattung Donacobius. Bis 1982 wurde der Rohrspötter für eine Spottdrossel gehalten.

Merkmale

Der 23 cm lange Rohrspotter ist ein Vogel mit schwarzer Kappe, brauner Oberseite und Schwanz, orangegelber Unterseite und orangefarbene Augen.

Vorkommen

Der Vogel lebt in Sümpfen, Marschen und Feuchtwiesen vom Osten Panamas bis Bolivien und Nordargentinien.

Verbreitungsgebiet

Verhalten

Die Rohrspötter leben paarweise in festen Revieren. Oft sitzen sie gemeinsam auf Ästen laut singend, mit den Köpfen zuckend und mit den Schwänzen wippend. Dieses Verhalten dient dazu, Eindringlinge abzuschrecken.

Der Vogel ernährt sich von Insekten. Fühlt er sich gestört, fliegt er von seinem Aufenthaltsort in dichter Vegetation zu einer exponierten Warte und „beschimpft“ den Eindringling. Der Rohrspötter brütet in einem offenen Nest im Schilf oder Gras.

Unterarten

Es sind folgende Unterarten anerkannt:

Donacobius vociferans Swainson, 1831 wird heute als Synonym zur Nominatform betrachtet.

Etymologie und Forschungsgeschichte

Rohrspötter illustriert von William Swainson

Die Erstbeschreibung des Rohrspötter erfolgte 1766 durch Carl von Linné unter dem wissenschaftlichen Namen [Turdus] atricapilla. Als Verbreitungsgebiet gab er fälschlicherweise das Kap der Guten Hoffnung an. 1837 führte William Swainson die für die Wissenschaft neue Gattung Donacobius für sein Synonym Donacobius vociferans ein. Der Begriff ist ein Wortgebilde aus δοναξ, δονακος donax, donakos, deutsch ‚Schilf‘ und βιος, βιοω bios, bioō, deutsch ‚Lebensweise, leben‘. Der Artname atricapilla setzt sich aus lateinisch ater ‚schwarz‘ und lateinisch -capillus, capillus ‚-gedeckelt, Haupthaar‘ zusammen. Brachypterus hat seinen Ursprung in βραχυς brachys, deutsch ‚kurz‘ und -πτερος, πτερον -pteros, pteron, deutsch ‚-flügelig, Flügel‘, nigrodorsalis in lateinisch niger ‚schwarz‘ und lateinisch dorsyalis, dorsum ‚rückig, den Rücken betreffend, Rücken‘, albovittatus in lateinisch albus ‚weiß‘ und lateinisch vittatus, vitta ‚gebändert, Band‘ und vociferans in lateinisch vociferantis, vociferar ‚schreiend, schreien‘ und bildet sich aus lateinisch vox, vocis ‚Stimme‘ und lateinisch ferre ‚tragen‘. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay sieben Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) in Puerto Sastre und Monte Sociedad im Gran Chaco zur Verfügung. Für Paraguay nannte er die Unterart Donacobius atricapillus atricapillus. In der Literatur betrachtete er in einem von Alfredo Borelli (1858–1943) in Colonia von Pedro Risso gesammelten und von Tommaso Salvadori beschriebenes Exemplar, in Waikthlatingmayalwa im Gran Chaco durch John Graham Kerr, in Salto del Guairá und Monte Sociedad durch Arnaldo de Winkelried Bertoni, in Puerto Pinasco im Departamento Presidente Hayes durch Alexander Wetmore und in Concepción durch sich selbst viele weitere Nachweise für das Land. Für das Exemplar aus Concepción erwähnte er, dass der Überaugenstreif im Gegensatz zu den anderen Exemplaren sehr ausgeprägt ist; Somit könnte es sich um D. a. albovittatus handeln. Zusätzlich erwähnte Laubmann Batará del agallas peladas von Félix de Azara.

Literatur

Commons: Donacobius atricapilla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikispecies: Rohrspötter – Artenverzeichnis

Einzelnachweise

  1. ↑ IOC World bird list Grassbirds, Donacobius, tetrakas, cisticolas, allieser
  2. ↑ Gyula Madarász (1913), S. 22–23
  3. ↑ Melvin Alvah Traylor, Jr. (1948), S. 196–198
  4. 1 2 Carl von Linné (1766), S. 295
  5. ↑ Alcide Dessalines d’Orbigny u. a. (1837), S. 19
  6. 1 2 William Swainson (1837), Tafel 72 & Text
  7. ↑ Donacobius The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
  8. ↑ atricapilla The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling
  9. ↑ brachypterus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
  10. ↑ nigrodorsalis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
  11. ↑ albovittatus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
  12. ↑ vociferans The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
  13. ↑ Tommaso Salvadori (1895), S. 3
  14. ↑ John Graham Kerr (1901), S. 222.
  15. ↑ Arnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 59.
  16. ↑ Arnaldo de Winkelried Bertoni (1930), S. 253.
  17. ↑ Alexander Wetmore (1926), S. 354.
  18. ↑ Alfred Laubmann (1930), S. 318
  19. ↑ Félix de Azara (1805), S. 214–217.
  20. ↑ Alfred Laubmann (1940), S. 217–218