Roland Baader

Roland Baader (* 14. Februar 1940 in Kirrlach; † 8. Januar 2012 ebenda) war ein deutscher Volkswirt und als freier Publizist der Autor mehrerer Bücher und zahlreicher Fachartikel zum klassischen Liberalismus. Auch war er regelmäßiger Autor bei eigentümlich frei und Schweizer Monat. Er war Student bei Friedrich August von Hayek an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Mitglied der Mont Pèlerin Society.

Leben und Wirken

Baader war nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg zunächst als Unternehmer tätig. Nach dem Ende seiner Unternehmertätigkeit widmete er sich der Verbreitung des Libertarismus. Baader, in der Tradition von Hayek und Ludwig von Mises stehend, warb in seinen Veröffentlichungen für einen Minimalstaat, auch wenn er zugab, dass es für Anarchokapitalismus seiner Meinung nach bessere Argumente gebe. Er klassifizierte in seinem 1999 erschienenen Buch Die belogene Generation beispielsweise die Bundesrepublik Deutschland als Umverteilungs- und Wohlfahrtsstaat und warf ihr ein nur mangelhaft ausgeprägtes Marktwirtschaftsprinzip vor. Er kritisierte das staatliche Bildungswesen, welches es zu entstaatlichen gelte. Als Anhänger der Österreichischen Schule ging er davon aus, dass die in seinen Augen nur noch in Restbeständen vorhandenen marktwirtschaftlichen Prinzipien in Deutschland nach und nach weiter bis zur vollständigen Beseitigung eingeschränkt würden. So kritisierte er etwa das staatlich-monopolistische Währungssystem und bot als Alternativen den Goldstandard (nach Ludwig von Mises) oder ein System konkurrierender Währungsanbieter (free banking nach Friedrich August von Hayek) an. Die Buchhandlung Seyerlein, die Baader's Bücher verkauft, beschreibt Baader als einen Ordoliberalen. Roland Baader ordnete sich selbst nicht dem Ordoliberalismus zu, gab aber in seinem Werk Die EURO-Katastrophe: Für Europas Vielfalt, gegen Brüssels Einfalt zu, von diesem beeinflusst zu sein. Auch wenn Roland Baader der Sozialen Marktwirtschaft kritisch gegenüber stand, lobte er Wilhelm Röpke.

Baader verband seine politische Ideologie mit einem wirtschaftsliberal ausgelegten Christentum. So bezeichnete er den Dekalog als „Verfassung der Freiheit“, die mit Sozialismus unvereinbar sei, da dieser gegen die meisten Gebote verstoße, besonders gegen das Diebstahlsverbot. Trotz seiner Affinität zum Christentum kritisierte er den damaligen Zustand der institutionalisierten Kirchen, die ihren moralischen Auftrag auf den Wohlfahrtsstaat abgewälzt und damit pervertiert hätten. Dadurch sei eine Tendenz zur Sozialdemokratisierung der Kirche evident.

Roland Baader verstarb im Alter von 71 Jahren.

2015 wurde er postum mit der Hayek-Medaille ausgezeichnet.

Seine umfangreiche Privatbibliothek vermachte Baader dem Ökonomen Rahim Taghizadegan, der diese in seiner privaten Bildungseinrichtung scholarium in Wien öffentlich zugänglich gemacht hat.

Seine Werke über den Sozialismus beeinflussten den AfD-Politiker Peter Boehringer, wie er bei eigentümlich frei schrieb.

Roland-Baader-Auszeichnung

Im Juni 2012 wurde vom Hamburger Institut für Austrian Asset Management (IfAAM) erstmals die Roland Baader-Auszeichnung verliehen. Die Auszeichnung wird verliehen an Studenten und Unternehmer, die in besonderer Weise dazu beitragen, Baaders Ideen sowie Ansichten der Österreichischen Schule der Nationalökonomie zu verbreiten und tätig in die Praxis umsetzen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ https://seyerlein.de/shop/item/9783939562931/totgedacht-von-roland-baader-e-book-epub
  2. ↑ http://mp-ckm.de/downloads/Baader_Eurokatastrophe_Eb.pdf
  3. ↑ https://www.kas.de/de/einzeltitel/-/content/aktuelle-literatur-zur-sozialen-marktwirtschaft
  4. ↑ Nachrufe auf Roland Baader von Gerd Habermann sowie Jörg Guido Hülsmann in Junge Freiheit vom 13. Januar 2012. (PDF; 1,3 MB)
  5. ↑ https://ef-magazin.de/media/assets/boehringer-20130531.pdf
  6. ↑ ROLAND BAADER-Auszeichnung