Roland Buser (* 15. April 1945 in Basel) ist emeritierter Professor für Astronomie am Departement für Physik der Universität Basel.

Roland Buser ist als Sohn des Reallehrers Wilhelm Buser und der Helene, geb. Martin, geboren, im Baselbieter Dorf Sissach aufgewachsen, hat dort und in Basel die Primar- und Mittelschulen bis zur Maturität besucht, an der Universität Basel im Hauptfach Astronomie und in den Nebenfächern Mathematik, theoretische Physik und Philosophie studiert und 1975 bei Uli W. Steinlin zum Dr. phil. promoviert mit einer Dissertation über Photometrische Mehrfarben-Systeme zur Erforschung der Milchstrasse.
Mit seiner Frau Theresia Buser, geb. Rüther, hat er zwei erwachsene Kinder und wohnt in Füllinsdorf BL.
Während des Studiums in Basel war Roland Buser zuerst persönlicher wissenschaftlicher Assistent von Alexander Markowitsch Ostrowski am Mathematischen Institut der Universität Basel (1967–69). Ab 1970 arbeitete er als Doktorand und wissenschaftlicher Assistent am Astronomischen Institut der Universität Basel (Uli W. Steinlin und Wilhelm Becker) und weilte für mehrere mehrmonatige Beobachtungs- und Forschungsaufenthalte an der Sternwarte der Universität Bonn auf dem Hohen List/Eifel (bei Edward Geyer und Waltraut Seitter) und am Royal Observatory Edinburgh (bei Kashi Nandy). Nach der Promotion vertiefte er als Postdoktorand bei Ivan King an der University of California, Berkeley seine Studien in Galaktischer Struktur (1975–77) und als Visiting Associate bei Bev Oke, Jim Gunn und Jesse Greenstein am California Institute of Technology in Spektralphotometrie und mehrdimensionaler Klassifikation der Sterne (1977).
Danach war Roland Buser zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter am Astronomischen Institut der Universität Basel, wo er sich im Jahr 1981 habilitierte und Privatdozent in Astronomie wurde. Von 1985 bis 1986 folgte er einer Berufung ans Space Telescope Science Institute in Baltimore (USA) als wissenschaftlicher Berater der NASA (National Aeronautics and Space Administration) und AURA (Association of Universities for Research in Astronomy) und wurde nach seiner Rückkehr in die Schweiz 1990 zum ausserordentlichen Professor für Astronomie an der Universität Basel ernannt. Von 1989 bis 1997 hatte er zudem eine ständige, jährlich einmonatige Gastprofessur am Observatoire Astronomique und der Université Louis Pasteur in Straßburg inne. Im Rahmen des Professorenaustauschprogramms Schweiz-Österreich und der internationalen Zusammenarbeit mit Ägypten und der Türkei nahm er auch Gastprofessuren an den Universitäten Wien, Graz und Innsbruck (1996) sowie am Helwan Observatory in Kairo (1996) und an der Universität von Istanbul (1994) wahr. Seit 2010 ist Roland Buser emeritus Professor am Departement für Physik der Universität Basel.
Das Hauptarbeitsgebiet von Roland Buser war die Synthetische Photometrie [Siehe Schriften: 1-6, 11, 15] und ihre extensive Anwendung in der Galaxienforschung [Siehe Schriften: 7-10, 12-14, 16]. In internationaler Zusammenarbeit und mit seinen Doktoranden und Doktorandinnen und Postdoktoranden entwickelte er die erste stellare Spektralbibliothek, die den gewachsenen Ansprüchen der sogenannten Entwicklungssynthese genügen konnte. Diese komplette Datenbank von theoretischen, aber empirisch (d. h. an Beobachtungen) geeichten Sternspektren wurde weltweit unter dem Namen BaSeL (für Basel Stellar Library) bekannt und vielfach verwendet. Auch in seiner eigenen Gruppe und mit langjährigen Mitarbeitern aus den USA, China, Frankreich, Venezuela, Brasilien, und der Türkei erforschte Roland Buser mit Hilfe von BaSeL die Entstehung, den Aufbau und die chemische Entwicklung von Sternhaufen und der Milchstrasse bis zu den Galaxien am Rande des beobachtbaren Universums.
Während seiner Zeit als aktiver Forscher war Roland Buser Mitglied in mehreren nationalen und internationalen Fachgesellschaften und Organisationen und in einigen von diesen auch Inhaber verschiedener Ämter:
Als Astronom ist Roland Buser nicht nur Naturwissenschafter, sondern auch Philosoph. Er sieht die Naturphilosophie als Wissensgebiet, welches jenen Horizont umfasst, in dem jede Naturwissenschaft auf ihre Grundlage, Legitimation und Zielsetzung hin befragt und reflektiert werden muss. In seinem Buch „Der Mensch im Kosmos“ wird die Notwendigkeit einer vermehrten Überschreitung konventioneller Fachgrenzen in Richtung Inter- bzw. Transdisziplinarität hervorgehoben. Dabei wird das sogenannte Einzel- oder Spezialwissen der Astronomie und der klassischen Naturwissenschaften (Astronomie, Physik, Chemie etc.) bewusst im umfassenderen Kontext der biologischen und der Geisteswissenschaften entwickelt.
Aktuell bietet Roland Buser allgemeinverständliche Vorträge und Kurse über Astronomie, Kosmologie, kosmische Evolution, Friedensforschung und Erkenntnistheorie an, beispielsweise an der Volkshochschule beider Basel.
2018 erhielt Roland Buser den Kulturpreis Basel-Landschaft.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Buser, Roland |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Astronom |
| GEBURTSDATUM | 15. April 1945 |
| GEBURTSORT | Basel |