Roland Reichwein (* 9. Januar 1936 in Eberswalde; † 2. Januar 2023 in Berlin-Wannsee) war ein deutscher Soziologe und Hochschullehrer.
Er wuchs als Sohn des Reformpädagogen Adolf Reichwein und dessen Ehefrau und Therapeutin Rosemarie Reichwein († 2002) mit drei Geschwistern auf. Nach dem Abitur an der Odenwaldschule bei Heppenheim/Bergstraße nahm er 1955 an der Universität Freiburg i. Br. das Studium der Philosophie, Geschichte, Nationalökonomie und Soziologie auf, das er an der Universität Heidelberg mit dem Examen als Diplom-Volkswirt abschloss. Nach einem Studienaufenthalt in den USA setzte er 1960 an der Universität Münster seine Soziologie-Studien fort, unter anderem bei Helmut Schelsky und Dieter Claessens.
Nach der Promotion in Münster am 23. Juli 1963 war er von 1963 bis 1971 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und von 1971 bis 1976 Assistenzprofessor für Soziologie der Erziehungswissenschaft an der FU Berlin. 1976 wurde er Professor für Soziologie und Sozialpädagogik mit Schwerpunkt Außerschulische Sozialisation an der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe, Abteilung Münster, die 1980 in die Universität Münster integriert wurde. Dort lehrte und forschte er bis zu seiner Emeritierung 1999 am Institut für Soziologie und befasste sich dabei mit Bildungssoziologie, Jugendsoziologie, soziale Randgruppen und soziale Ungleichheitsstrukturen. Daneben war er in zahlreichen Gremien tätig, in denen er sich für die Lehrerbildung einsetzte. Historische Verdienste erwarb er sich durch die Pflege des Nachkriegs-Archivs über seinen Vater Adolf Reichwein.
1982 unterzeichnete er den Aufruf Münsteraner Pädagogen gegen Rüstungswahnsinn, der gegen die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen in der Bundesrepublik protestierte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Reichwein, Roland |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Soziologe |
| GEBURTSDATUM | 9. Januar 1936 |
| GEBURTSORT | Eberswalde |
| STERBEDATUM | 2. Januar 2023 |
| STERBEORT | Berlin-Wannsee |