Roland Stecher (* 9. August 1962 in Lustenau) ist ein österreichischer Grafiker, Ausstellungsdesigner und Installationskünstler.





Roland Stecher, geboren 1962 in Lustenau, wuchs in Götzis und Bregenz (Österreich) auf. Nach dem Besuch des BG Gallusstraße in Bregenz und Abitur am BORG in Götzis absolvierte er die Ausbildung zum Gebrauchsgrafiker in Innsbruck. Nach begonnenem Studium an der Universität Innsbruck machte er den Lehrabschluss zum Lithografen und arbeitete ab 1981 als freier Grafikdesigner. 1988 gründete er im Vorarlberger Wirtschaftspark sein eigenes Designbüro Werkraum mit Schwerpunkt Corporate Design und Logoentwicklung. Bekannte Markenzeichen und Logotypes von Roland Stecher sind z. B. Kulturbühne AMBACH, Stadt Hohenems, Soplar, Olina oder Energieinstitut Vorarlberg. Im Jahr 1988 präsentierte er auch im Saumarkt Feldkirch unter dem Titel Spannwerk II seine erste künstlerische Rauminstallation. In den folgenden Jahren erfand er mehrere Möbelpatente und Gebrauchsmuster, wie das Polstersystem Boga, den höhenverstellbaren Stuhl Stella und erhielt 1998 für das Qring-Patent den Österreichischen Staatspreis für vorbildliche Verpackung. Seit 2008 nennt er sein Designstudio Atelier Stecher und befasst sich mit der Erfindung und Gestaltung von Zeichensprachen und Ausstellungsprojekten.
Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design. Neben der Gestaltung von Ausstellungen für öffentliche Institutionen, wie etwa die Rauminstallation So einfach war das (2006) für das Jüdische Museum Berlin oder die Themenausstellung Kanton Übrig (2008) für das Vorarlberger Landesmuseum konzipiert Roland Stecher immer wieder persönliche Ausstellungen, wie etwa Rollen (1997), Zeitwortzeichen (1999) oder Ugbomron (2004) in der Galerie Kurzemann. Nennenswert seine soziale Rauminstallation 1740 Ichs für das Gemeindehaus Sulzberg, Bregenzerwald (2007), bei der er in 1740 transparente Würfel die Haare von 1340 Einwohnern aus Sulzberg eingegossen hat.
2014 entwickelte und gestaltete er die große Franz-Michael-Felder-Ausstellung Ich, Felder im vorarlberg museum in Bregenz. Die Basis bildete ein simpler, aus Altpapier hergestellter Wabenkarton, der, aus tausenden Einzelteilen bestehend, zu einer großen, freistehenden Raumskulptur zusammengefügt wurde. Die Erzählung basierte nicht nur auf historischen Dokumenten, sondern enthielt auch Neuproduktionen und Interpretationen aus heutiger Sicht, wie etwa speziell produzierte Audio- und Video-Elemente, die eine Brücke schlugen zwischen historischer Rekonstruktion und gegenwärtiger Interpretation.
Von 2019 bis 2026 tourte die von ihm gestaltete Ausstellung Ende der Zeitzeugenschaft? durch Europa. Sie war bereits im Jüdischen Museum Hohenems, im NS-Dokumentationszentrum München, im Centrum Judaicum in Berlin, im Haus der Geschichte Österreich in Wien und in der Universitätsbibliothek Regensburg zu sehen und wurde 2025 im Historischen Museum in Frankfurt gezeigt.
Roland Stecher wurde viermal zum Österreichischen Adolf Loos Staatspreis Design nominiert, Farb (2017), Ich Felder (2015), Stella (1993), Boga (1990). Erhielt 1998 für Qring den Österreichischen Staatspreis für vorbildliche Verpackung und 1991 den Red dot design award für Hohe Designqualität des Designzentrums Nordrhein-Westfalen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stecher, Roland |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Grafiker, Ausstellungsdesigner und Installationskünstler |
| GEBURTSDATUM | 9. August 1962 |
| GEBURTSORT | Lustenau |