
Rolf Heider (* 1940 im Landkreis Glatz) ist ein deutscher Tragwerksplaner.
Nach der Vertreibung seiner Familie aus Schlesien verbrachte Rolf Heider seine Jugendjahre in Cottbus. Er legte das Abitur ab und arbeitete als Bauarbeiter auf der Großbaustelle des Kraftwerks Lübbenau. 1960 begann er ein Studium des konstruktiven Ingenieurbaus an der Hochschule für Bauwesen Cottbus, das er an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar fortsetzte und bei Erhardt Hampe mit einer Diplomarbeit im Spannbeton-Brückenbau als Diplomingenieur des konstruktiven Ingenieurbaus abschloss. Im VEB Berlinprojekt (ab 1968 VEB BMK Ingenieurhochbau Berlin) war er am Bau des DDR-Außenministeriums beteiligt und entwarf als Statiker am Centrum-Warenhaus Berlin Alexanderplatz die äußeren Sichtbetontreppen sowie die Geschossbrücke zum Hotel Stadt Berlin (1966–1968).
In Zusammenarbeit mit dem Architekten Walter Herzog plante Heider die Umbauung des Berliner Fernsehturms (1968–72). Der gestalterisch wie konstruktiv bis in die Details durchbildete Stahlbetonbau ist mit einem Zickzack-Faltwerk überdacht. Weit auskragende Dachbereiche werden durch die räumliche Tragwirkung eines Faltwerk-Kontinuums realisiert. Das Bauwerk wurde am 20. Jahrestag der DDR eröffnet und entwickelte sich zu einem zentralen Ort des Freizeit- und Kulturlebens im Zentrum der Hauptstadt Ost-Berlin.
Von 1970 bis 1975 war Rolf Heider als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bauakademie der DDR tätig. In der Experimentalwerkstatt Hermann Henselmanns verfasste er mehrere statisch-konstruktive Studien und leitete am Institut für Städtebau und Architektur eine Forschungsgruppe zur Bausystementwicklung. In seiner Dissertationsschrift untersuchte er, wie sich die in der DDR praktizierten Bautechniken, insbesondere der Stahlbeton-Fertigteilbauweise, auf die städtebauliche Entwicklung auswirken.

Nach Abschluss dieser Forschungen leitete Rolf Heider von 1976 bis 1990 die Abteilung für Tragwerksplanung des VEB BMK Ingenieurhochbau Berlin (IHB). Während im industriellen Bauen der DDR die ökonomisch bedingte Großtafelbauweise (Plattenbau) vorherrschte, gelang Heider während seiner Tätigkeit im IHB die Anwendung alternativer Bautechniken. Dazu zählten unter anderem der Ortbeton-Vollgleitbau (Versuchsturm der Bauakademie), die Stahlbeton-Skelettbauweise (Neubau der Charité, Freizeitzentrum Berlin-Marzahn), die Ortbeton-Wandbauweise (Wohnbauten am Alexanderplatz) und die Fertigteil-Skelettbauweise (Forschungszentrum Berlin-Altstralau, Poliklinik Berlin-Ahrensfelde). Er ist maßgeblich an der Weiterentwicklung der Stahlbetonmontage-Skelettbauweise „SK Berlin“ beteiligt gewesen. Für das Bausystem „SK Berlin DRS“, das mit hoher Flexibilität für verschiedene Bauaufgaben verwendet werden kann, erhielt Rolf Heider die Patentrechte. An der Kunsthochschule Berlin-Weißensee lehrte er als Gastdozent für Tragwerkslehre im Studiengang Architektur.
Nach der politischen Wende in der DDR leitete Rolf Heider die technische Abteilung der Imbau Industrielles Bauen GmbH, eine Tochter der Philipp Holzmann AG. Er führte seine in der DDR begonnene Anwendung von Fertigteil- und Skelettbauweisen fort, optimierte deren ökonomische Rentabilität und erprobte deren architektonische Gestaltungspotenziale. 2001 gründete er das Berliner Ingenieurbüro „Heider-Ingenieure Tragwerksplaner“, das bis heute unterschiedliche Bauvorhaben tätigt.
Nach seinem Ausstieg aus dem Berufsleben (2011) verfasste Heider mehrere Schriften, in denen er das Zusammenwirken zeitgeschichtlicher, ökonomischer, politischer und biografischer Einflüsse in seiner Lebensgeschichte als ostdeutscher Bauingenieur vor und nach der politischen Wende beschreibt. Differenziert setzt er sich darin mit dem Image der Stahlbeton-Fertigteilbauweise auseinander, das sowohl durch die Baupolitik der DDR als auch die Historisierung des industriellen Bauens in den Nachwendejahren geprägt wurde.
Für diese Bauvorhaben trug Rolf Heider als Leiter der Technischen Abteilung der Imbau GmbH die tragwerksplanerische Verantwortung:
Für nachfolgende Bauvorhaben erstellte Rolf Heider im Ingenieurbüro Heider-Ingenieure wesentliche Teile der statischen Berechnungen und zeichnete für die Gesamttragwerksplanung die Verantwortung:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Heider, Rolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Tragwerksplaner |
| GEBURTSDATUM | 1940 |
| GEBURTSORT | Landkreis Glatz |