Rolf Schweizer (* 14. März 1936 in Emmendingen; † 6. Juni 2016 in Selb) war ein deutscher Komponist, Kantor und Kirchenmusikdirektor.
Schweizer wuchs in Mundingen auf, heute ein Ortsteil von Emmendingen. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er im Blasmusikverein des Dorfes. Er studierte evangelische Kirchenmusik am Kirchenmusikalischen Institut Heidelberg u. a. bei Wolfgang Fortner, Hermann Meinhard Poppen, Wolfgang Dallmann und Heinz Werner Zimmermann.
Von 1956 bis 1966 war er Kantor an der evangelischen Johanniskirche in Mannheim. 1966 wurde er Bezirkskantor in Pforzheim, was er bis zu seinem Ruhestand blieb. 1969 wurde er zum Kirchenmusikdirektor und 1975 zum Landeskantor von Mittelbaden ernannt. Schweizer wurde 1984 der Ehrentitel Professor durch den Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg (seinerzeit Lothar Späth) verliehen.
In seiner Tätigkeit als Chor-, Bläser- und Orchesterdirigent wurde er weit über die Region hinaus bekannt. Ebenfalls komponierte er geistliche Lieder, Posaunen- und Kinderchormusik, sowie größere Chor-, Orchester- und Orgelwerke.
Seit 1961 Veröffentlichung diverser Vertonungen neuer geistlicher Lieder in Gesangbüchern (u. a. EG/EM), Beiheften, Dokumentationen, Liederbüchern, Chor- und Bandbearbeitungen u. a. bei den Verlagen Strube-Verlag (München), Hänssler Verlag (Stuttgart), dem Verlag Dohr (Bergheim), dem Verlag Neue Musik, dem Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) (Fulda) und dem Carus-Verlag.
Rolf Schweizer war einer der Protagonisten der Musikgattung Neues Geistliches Lied. Seine wohl bekanntesten Lieder sind O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens und Singet dem Herrn ein neues Lied, denn Er tut Wunder, die in fast allen christlichen Gesangbüchern enthalten sind. Er gehörte früh zur Oekumenischen Textautoren- und Komponisten Gruppe der Werkgemeinschaft Musik e. V. und der AG Musik in der Ev. Jugend e. V. und war Mitglied der Textautoren- und Komponistengruppe TAKT. Schweizer war auch als Kirchenmusikpädagoge einflussreich und prägte viele jüngere Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker durch seine Fortbildungen. Auch seine musiktheologischen Publikationen fanden im kirchenmusiktheologischen Diskurs Beachtung.
„Die Wahrheit einer Kunst liegt nicht allein in deren perfekter Virtuosität, sondern in ihrer geistigen, handwerklichen und humanen Redlichkeit.“
Im Ruhestand zog Schweizer 2001 nach Freiamt, wo er weiterhin musikalisch aktiv war, so mit der Elztalkantorei und dem Orchester Elztalsinfonietta und bis 2010 als Dirigent beim Gesangverein „Frohsinn“ im Ortsteil Ottoschwanden.
Seit dem Jahr 2000 war Rolf Schweizer als musikalischer Leiter des Internationalen Schwarzwälder Hornorchesters tätig, das im Rahmen der Internationalen Schwarzwälder Horntage mehrere Werke, die von Schweizer eigens für das Ensemble komponiert worden sind, einstudiert und aufgeführt hat. Seit 2006 finden diese Horntage als Meisterkurse für Hornisten statt, die von Rolf Schweizer als Dirigent begleitet werden. Unter fachlicher Führung von Peter Arnold ist diese Veranstaltung in der BDB-Musikakademie von Staufen angesiedelt. Die Internationalen Schwarzwälder Horntage gehören zu den größten musikpädagogischen Veranstaltungen für Hornisten.
Die Stadt Pforzheim zeichnete Schweizer 1991 mit dem Ehrenring und 1998 mit der Ehrenbürgerwürde für seine kirchenmusikalischen Verdienste in mehr als 35 Jahren aus. Mit Bezug auf die Zerstörung Pforzheims hatte Schweizer das „Requiem 23.02.1945 – Für Tote und Lebende“ komponiert.
Rolf Schweizer war verheiratet mit Ehefrau Frohmut. Das Paar hatte drei Töchter. Zuletzt wohnte er in Selb, wo eine seiner Töchter, Constanze Schweizer-Elser, Kantorin ist. Am 6. Juni 2016 starb Rolf Schweizer mit 80 Jahren in Selb.
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| NAME | Schweizer, Rolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Komponist, Kantor und Kirchenmusikdirektor |
| GEBURTSDATUM | 14. März 1936 |
| GEBURTSORT | Emmendingen (Baden) |
| STERBEDATUM | 6. Juni 2016 |
| STERBEORT | Selb (Bayern) |