Romano Mengon

Romano Mengon, auch Romano Roy, (* 12. Juni 1886 in S. Bernardo, ein Dorf in Venetien (Italien) † nach 1951) war ein Regisseur, Drehbuchautor und Produzent beim deutschen Film.

Leben und Wirken

Schon in seiner Jugend lernte Romano Mengon die Welt kennen: Mit 13 Jahren begleitete er seinen Vater, der als Oberingenieur bei einem Eisenbahnbau in Ägypten beteiligt war. Dann verbrachte er ein Jahr bei Verwandten in Chicago. Nach dem Besuch einer Handelsakademie folgte er lieber seinen künstlerischen Neigungen und trat als Schauspieler auf italienischen Bühnen und später auch in amerikanischen Filmen auf. Nach dem Tod seines Vaters reiste er mit 21 Jahren wieder nach Chicago, wo er bei der Moving Picture Corporation eine Ausbildung in allen technischen Bereichen des Films machte. Fortan arbeitete er als Regieassistent nicht nur in Chicago, sondern auch in New York und in Hollywood und nahm auch an Filmexpeditionen teil. 1911 kehrte er nach Europa zurück. Als Assistent war er beim italienischen Monumentalfilm Quo Vadis? dabei und arbeitete bis zum Kriegsausbruch auch für Gaumont und Pathé in Paris. Nach Ende des Ersten Weltkriegs ging er nach Berlin und assistierte Joe May bei den Dreharbeiten zu Veritas vincit und Die Herrin der Welt. Im Oktober 1920 wurde er bei der Akme Film Co. mbH Geschäftsführer an der Seite von Martin Jost. So konnte Romano Mengon erste Erfahrungen bei Produktion und Regie sammeln. Im Oktober 1928 gründete er seine eigene Firma, die Mengon Film GmbH (1928–1930), und im Mai 1931 eine neue Mengon-Film GmbH.

Mengons meisten Inszenierungen zeichneten sich zuvörderst durch „exotische“ Drehorte aus, die ihn immer wieder in südliche Gefilde (Italien, Frankreich, Albanien und Montenegro) führten. Die Kritik stellte dabei die optischen Vorzüge dieser Filmwerke heraus, fand aber in der Regel kaum ein gutes Wort zu Mengons Regieleistungen. So hieß es beispielsweise zu Kavaliere vom Kurfürstendamm: „Romano Mengon … versagte insbesondere bei der Wahl und Charakteristik der Hochstaplertypen“.

Anschließend verschwand Mengon für rund zwei Jahrzehnte weitgehend aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit; lediglich die Funktion eines technischen Leiters bei einer italienischen Produktion zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ist belegt. Wieder zurück in Deutschland, überließ man ihm im Herbst 1951 noch einmal eine Filmregie, doch auch diesmal urteilte die Kritik ungnädig: Zu Straße zur Heimat heißt es im Filmdienst: „Volkstümlicher Liebesfilm im Südtiroler Bauernmilieu, unbeholfen inszeniert und nicht eben glaubwürdig.“ Und in Österreich, wo dieser Streifen unter dem Titel Bergheimat anlief, dekretierte man in der Fachzeitschrift Funk und Film: „Eine schauerlich fade Angelegenheit, die man uns […] vorsetzt. […] Brauchbar sind nur die recht guten Landschaftsaufnahmen.“. Damit war Mengons Filmkarriere beendet.

Den Künstlernamen Romano Roy benutzte er mutmaßlich schon in Amerika. Wann und wo Romano Mengon starb, ist derzeit unbekannt.

Filmografie (Auswahl)

Als Regisseur, wenn nicht anders angegeben:

Einzelnachweise

  1. ↑ Akme Film Co. mbH, Handelsregister Berlin HRB Nr. 17393 in: Berliner Börsen-Zeitung, 14. Oktober 1920, S. 18.
  2. ↑ Romano Mengon in den Akten der Reichsfilmkammer
  3. ↑ Romano Mengon, in: Hermann Treuner (Hrsg.): Filmkünstler. Wir über uns selbst. Sybillen-Verlag, Berlin 1928.
  4. ↑ Frank Arnau (Hrsg.): Universal Filmlexikon. Universal Filmlexikon GmbH, Berlin 1933, S. 130.
  5. ↑ Handelsregister Berlin HRB Nr. 17393, Einträge am 9. Oktober 1920 und 19. Oktober 1921
  6. ↑ Handelsregister Berlin HRB Nr. 41922
  7. ↑ Handelsregister Berlin HRB Nr. 45904
  8. ↑ „Kavaliere der Nacht (Kavaliere vom Kurfürstendamm)“. In: Oesterreichische Kronen-Zeitung. Illustrirtes Tagblatt / Illustrierte Kronen-Zeitung / Wiener Kronen-Zeitung, 5. August 1932, S. 10 (online bei ANNO).
  9. ↑ Straße zur Heimat. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 20. Juni 2026.
  10. ↑ Filmkritik zu „Bergheimat“ in: Funk und Film, Ausgabe Jahrgang 8, Seite 30