
Romy Haag ( * 1. Januar 1951, nach anderen Angaben 1948 als Edouard Frans Verba in Scheveningen, Niederlande) ist eine niederländisch-deutsche Sängerin, Schauspielerin, Tänzerin und ehemalige Nachtclubbesitzerin.
Mit 13 Jahren verließ Romy Haag, damals noch ein Junge, die Familie und schloss sich einem Zirkus an. Im traditionsreichen Circus Strassburger trat sie als Clown in Kindermatineen auf. Mit 16 Jahren zog sie mit dem Trapezkünstler des Zirkus nach Paris und debütierte dort in dem bekannten Nachtclub Alcazar als Schönheitstänzerin. Ein US-amerikanischer Showmanager bot ihr eine Tournee an, und fortan trat sie mit einem „Berliner Chansonprogramm“ auf Fire Island, Long Island und in Atlantic City auf. Hier verliebte sie sich in einen aus Berlin kommenden Straßenmusiker und ging mit ihm in die Stadt, die sie zwar besang, aber noch nicht kannte.
Kein Cabaret im belebten Nachtleben des damals geteilten Berlin entsprach ihren Wünschen, sodass sie 1974 im Stadtteil Schöneberg das Chez Romy Haag eröffnete, das sehr erfolgreich wurde. Viele berühmte Gäste wie Udo Lindenberg, Zizi Jeanmaire, Patricia Highsmith, Bryan Ferry, Freddie Mercury, Lou Reed und Mick Jagger, den sie 1973 kennenlernte, besuchten das Cabaret. David Bowie ging mit Haag 1976 eine Liebesbeziehung ein, zog nach Berlin und absolvierte seine erste Deutschland-Tournee.
1977 erschien Haags erste Singleschallplatte, Liege-Samba, für die Udo Lindenberg Text und Musik geschrieben hatte. Mit ihm ging sie auch auf Tournee. Im Jahr darauf folgte die Single Superparadise. 1979 wurde in der New Yorker Profile Gallery eine Foto-Hommage über sie präsentiert. 1981 erschien ihre erste LP, So bin ich, für die Klaus Hoffmann die Texte schrieb.
Nach neun Jahren verkaufte Haag 1983 ihr Cabaret und ging auf Entdeckungsreise um die Welt. Sie unterzog sich mit etwa 35 Jahren einer geschlechtsangleichenden Operation in der Schweiz. Zurück in der Bundesrepublik Deutschland, begann sie 1986 einen neuen Abschnitt ihrer Karriere und tourte mit dem Programm City in the Night durch die deutschsprachigen Länder und die USA.
Sie spielte in 26 Filmen, unter anderem in Plastikfieber, Zum Beispiel Otto Spalt, Die Hamburger Krankheit und Mascara mit Charlotte Rampling, und veröffentlichte 17 stilistisch unterschiedliche Schallplatten, darunter die LP Flugblatt und die Aufnahme des Musicals Tell!.
Mitte der 1980er Jahre bekam sie als Hauptfigur der Videoinstallation Queen Zero eine Art-Performance im New Yorker Museum of Modern Art.

1997 wurde Haag auf der Berlinale 1997 mit einem Ehrenpreis für ihr filmisches Lebenswerk mit dem Special Teddy Award ausgezeichnet, einem Preis für Filme mit dem Themenschwerpunkt „schwul, lesbisch oder trans“.
1999 erschien ihre Autobiografie Eine Frau und mehr. Darin beschreibt sie ihr Leben, die Künstlerszenen in den USA und Berlin der 1970er Jahre sowie ihre Bekanntschaft mit Amanda Lear.
2010 spielte sie in der Internet-Seifenoper Doc Love an der Seite von Dieter Bach, Oliver Bender und Ellenie Salvo González eine Sprechstundenhilfe.
Im Laufe der Jahre trat sie mit folgenden Musikern auf: Conny Göckel (Keyboard), Alexander Kraut (Keyboard), Lutz Woite (Bass), Friedel Schwarz (Bass), Erik Küppers (Gitarre), Blacky Schwarz (Gitarre), Roland Götz (Schlagzeug), Hansi Wallbaum (Schlagzeug), Uli Moritz (Schlagzeug), Eberhardt Fortmann (Saxophon).
Der deutsche Astronom Felix Hormuth hat einen von ihm am 29. Januar 2009 entdeckten Kleinplaneten nach Romy Haag benannt. Seither heißt der Asteroid offiziell (305660) Romyhaag. Im Jahr 2019 wurde Haag der Rosa-Courage-Preis verliehen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Haag, Romy |
| ALTERNATIVNAMEN | Verba, Edouard Frans (Geburtsname); Verbaarsschott, Edouard Frans |
| KURZBESCHREIBUNG | niederländisch-deutsche trans Tänzerin, Sängerin und Nachtclubbesitzerin |
| GEBURTSDATUM | 1. Januar 1951 |
| GEBURTSORT | Scheveningen, Niederlande |