Rosa Conde

Rosa Conde (1989)

Rosa Conde Gutiérrez del Álamo (* 7. September 1947 in Ronda, Provinz Málaga) ist eine spanische Soziologin, Hochschullehrerin und Politikerin des Partido Socialista Obrero Español (PSOE), die unter anderem zwischen 1989 und 2004 Mitglied des Abgeordnetenkongresses sowie von 1988 bis 1993 Regierungssprecherin im Ministerrang war.

Leben

Rosa Conde Gutiérrez del Álamo absolvierte nach dem Schulbesuch ein Studium der Politik- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Complutense Madrid (UCM), das sie 1971 mit einem Lizenziat (Licenciada en Ciencias Políticas y económicas) beendete, und lehrte daraufhin zwischen 1971 und 1984 als Professorin an der Fakultät für Politikwissenschaft der UCM. Sie war zudem Mitarbeiterin des Arbeitsministeriums und war als Nachfolgerin von Julián Santamaría vom 14. März 1987 bis zu ihrer Ablösung durch Luis Rodríguez am 16. Juli 1988 Generaldirektorin des Zentrums für Soziologische Forschung CIS (Centro de Investigaciones Sociológicas), nachdem sie dort zuvor bereits Mitarbeiterin war.

Am 12. Juli 1988 wurde Rosa Conde als Nachfolgerin von Javier Solana zur Regierungssprecherin im Ministerrang (Ministra Portavoz del Gobierno) im Kabinett González II und bekleidete dieses Amt zwischen dem 6. Dezember 1989 und dem auch im 14. Juli 1993 Kabinett González III. Im Juli 1992 kündigte sie an, dass das Budgetdefizit um insgesamt 326 Milliarden Peseten, also rund fünf Milliarden Mark reduziert werden soll.

Gleichzeitig wurde sie am 29. November 1989 für die Spanische Sozialistische Arbeiterpartei PSOE (Partido Socialista Obrero Español) erstmals Mitglied des Abgeordnetenkongresses (Congreso de los Diputados) und vertrat in dieser bis zum 9. Januar 1996 die Interessen des Wahlkreises „Jaén“. Am 27. März 1996 wurde sie für den PSOE erneut Mitglied des Abgeordnetenkongresses, in der sie nunmehr bis zum 20. Januar 2004 den Wahlkreis „Madrid“ vertrat.

In der Amtszeit des vierten Kabinetts González fungierte sie zwischen dem 14. Juli 1993 und dem 14. Mai 1996 als Generalsekretärin des Amtes des Ministerpräsidenten (Secretaria general de la Presidencia del Gobierno) und war damit als Kabinettschefin eine der engsten Mitarbeitenden von Ministerpräsident Felipe González. Nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung war sie in der sechsten Legislaturperiode unter anderem Mitglied des Verfassungsausschusses (16. Mai 1996 bis 18. Januar 2000) sowie Mitglied des Ausschusses für die parlamentarische Kontrolle der Spanische Radio- und Fernsehkorporation RTVE (16. Mai 1996 bis 20. Januar 1998), dessen Sprecherin sie vom 20. Januar 1998 bis zum 18. Januar 2000 war. Während der siebten Legislaturperiode war sie unter anderem weiterhin Mitglied des Verfassungsausschusses (10. Mai 2000 bis 20. Januar 2004), Sprecherin des Geschäftsordnungsausschusses (10. Mai 2000 bis 20. Januar 2004) sowie abermals Mitglied des Ausschusses für die parlamentarische Kontrolle von RTVE (10. Mai 2000 bis 20. Januar 2004).

Für ihre politischen Verdienste wurde Rosa Conde 1993 das Großkreuz des Ordens Karls III. verliehen. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Abgeordnetenkongress wurde sie 2004 als Nachfolgerin von José María Lassalle Direktorin der Fundación Carolina, eine gemeinnützige öffentlich-private Einrichtung, die die Förderung der kulturellen Beziehungen sowie der Zusammenarbeit im Bildungs- und Wissenschaftsbereich zwischen Spanien und den Ländern der Iberoamerikanischen Staatengemeinschaft zum Ziel hat, und behielt diese Funktion bis zu ihrer Ablösung durch Jesús Andreu Ardura 2012. Derzeit ist sie beratendes Mitglied des Zentrums für politische und verfassungsrechtliche Studien CEPC (Centro de Estudios Políticos y Constitucionales) des Amtes des Ministerpräsidenten. Aus ihrer Ehe mit Álvaro Espina gingen zwei Kinder hervor.

Veröffentlichungen

Commons: Rosa Conde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. ↑ Solana Madariaga, Javier. In: rulers.org. Abgerufen am 19. Oktober 2026 (englisch).
  2. ↑ Spanische Mehrwertsteuer auf 15 Prozent erhöht. In: Süddeutsche Zeitung. 20. Juli 1992, abgerufen am 16. Oktober 2026.
  3. ↑ Unabhängige übernehmen sechs Ministerien. Sozialisten auf elf Posten / EG-Experte Pedro Solbes leitet Wirtschafts- und Finanzressort. In: Süddeutsche Zeitung. 14. Juli 1993, abgerufen am 16. Oktober 2026.
  4. ↑ Conde Gutiérrez del Alamo, Rosa (IV. Legislaturperiode). In: Congreso de los Diputados. Abgerufen am 19. Oktober 2026 (spanisch).
  5. ↑ Conde Gutiérrez del Alamo, Rosa (V. Legislaturperiode). In: Congreso de los Diputados. Abgerufen am 19. Oktober 2026 (spanisch).
  6. ↑ González Márquez, Felipe. In: rulers.org. Abgerufen am 19. Oktober 2026 (englisch).
  7. ↑ „Schluß mit Uneinigkeit in der Partei“. Von Entlassung bedrohte Arbeiter blockieren Verkehr in Madrid. In: Süddeutsche Zeitung. 19. März 1994, abgerufen am 16. Oktober 2026.
  8. ↑ Conde Gutiérrez del Alamo, Rosa (VI. Legislaturperiode). In: Congreso de los Diputados. Abgerufen am 19. Oktober 2026 (spanisch).
  9. ↑ Conde Gutiérrez del Alamo, Rosa (VII. Legislaturperiode). In: Congreso de los Diputados. Abgerufen am 19. Oktober 2026 (spanisch).
  10. ↑ Lassalle Ruiz, José María (VIII. Legislaturperiode). In: Congreso de los Diputados. Abgerufen am 19. Oktober 2026 (spanisch).
Personendaten
NAME Conde, Rosa
ALTERNATIVNAMEN Conde, Rosa Gutiérrez del Álamo (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG spanische Soziologin, Hochschullehrerin und Politikerin
GEBURTSDATUM 7. September 1947
GEBURTSORT Ronda, Provinz Málaga