Roswitha Schieb

Roswitha Schieb (* 6. August 1962 in Recklinghausen) ist eine deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, Schriftstellerin, Essayistin und Publizistin.

Leben

Roswitha Schieb studierte Literatur- und Kunstwissenschaft in Köln und Berlin. 1997 wurde sie an der TU Berlin bei Norbert Miller mit einer Arbeit zu Das teilbare Individuum. Körperbilder bei Ernst Jünger, Hans Henny Jahnn und Peter Weiss promoviert, in der sie drei Prosawerke der Schriftsteller vor dem Hintergrund der Körperideologie des Nationalsozialismus analysierte.

Sie lebt im Hohen Neuendorfer Ortsteil Borgsdorf bei Berlin.

Schaffen

Eine Reise nach Schlesien im Jahr 1998 war der Ausgangspunkt einer intensiveren und anhaltenden Beschäftigung mit Schlesien, worauf zahlreiche literarische, autobiografische und kulturhistorische Reiseführer zu Polen, Schlesien, Breslau, Galizien und zum Böhmischen Bäderdreieck entstanden, darüber hinaus zu Rügen und Berlin.

Aus der Begleitung der neunmonatigen Proben zur Faust-Inszenierung von Peter Stein in Hannover (Expo 2000), Berlin und Wien entstand 2005 ein umfangreiches Programmbuch und im selben Jahr eine Biographie Peter Stein. Ein Portrait.

Neben ihrem Hauptschwerpunkt auf dem Thema Schlesien liegt ein anderer Schwerpunkt bei ihren kulturhistorischen Untersuchungen zu Berlin, so etwa eine Berliner Literaturgeschichte. Epochen – Werke – Autoren – Schauplätze (2019), Der Berliner Witz (2020) und Die Berliner Secession (2022).

Zudem ist sie als Herausgeberin tätig. So gab sie 2016 mit Rosemarie Zens den Sammelband Zugezogen. Flucht und Vertreibung – Erinnerungen der zweiten Generation heraus, in dem sie sich neben anderen Autoren familiengeschichtlich mit dem Trauma der Vertreibung und seiner Überwindung sowie den intergenerationellen Folgen des Lebensgefühls von Heimatlosigkeit und Fremdsein für die „zweite Generation“ auseinandersetzte.

Ehrungen (Auswahl)

Mitgliedschaften

Roswitha Schieb ist (bzw. war) Mitglied folgender Gremien und Vereine:

Werke (Auswahl)

Literatur

Commons: Roswitha Schieb – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Roswitha Schieb. In: Literaturport – Autorenlexikon. Literarisches Colloquium Berlin (LCB) und Brandenburgisches Literaturbüro (BLB), abgerufen am 30. März 2026 (Zuletzt durch Roswitha Schieb aktualisiert: 29. März 2026).
  2. ↑ Roswitha Schieb. Bücher und Biografie. In: piper de. Piper, abgerufen am 6. August 2022.
  3. ↑ Roswitha Schieb: Danksagung. In: Festschrift Kulturpreis Schlesien 2020 und 2021. 15. September 2021, S. 45–47, hier S. 45 (niedersachsen.de [PDF; 38,5 MB]).
  4. ↑ Zeittafel zu Leben und Werk von Roswitha Schieb. In: Festschrift Kulturpreis Schlesien 2020 und 2021. 15. September 2021, S. 41 (niedersachsen.de [PDF; 38,5 MB]).
  5. ↑ Markus Bauer: Laudatio auf Roswitha Schieb. In: Festschrift Kulturpreis Schlesien 2020 und 2021. 15. September 2021, S. 42–45, hier S. 44 (niedersachsen.de [PDF; 38,5 MB]).
  6. ↑ aus-erlesen: Szenegeräusche. Rezension zu „Berliner Literaturgeschichte: Epochen – Werke – Autoren – Schauplätze“ von Roswitha Schieb. In: LovelyBooks. 2019, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 6. August 2022 (keine Mementos). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  7. ↑ Roswitha Schieb: Kunst im Aufbruch. In: Was mit Geschichte. Elsengold Verlag, 2. März 2022, abgerufen am 6. August 2022 (begleitender Aufsatz).