
Während des Krieges in Israel und Gaza seit 2023 wurde das rote Dreieck als Symbol der Hamas und pro-palästinensischen Aktivisten verwendet.
Der Einsatz des Symbols von Aktivisten stammt aus Kampfaufnahmen, die von der Hamas veröffentlicht wurden, wo israelische Militärziele, wie Panzer mit einem roten Dreieck markiert wurden, bevor sie angegriffen wurden. Dieses Symbol stammt wiederum aus dem Dreieck der palästinensischen Flagge.

Das rote Dreieck taucht in der Flagge der Arabischen Revolte auf, die Farbe rot soll die arabische Unabhängigkeit und Einigkeit symbolisieren. Das rote Dreieck taucht auch in einer Flagge auf, die im Arabischen Aufstand 1936–1939 im Mandatsgebiet Palästina gegen die britische Herrschaft und die jüdische Einwanderung verwendet wurde. In einer Fotografie von 1938 sind palästinensische Aufständische mit einer abgewandelten Flagge zu sehen, die schwarz, weiß und grün mit einem roten Dreieck gehalten ist, worin ein christliches Kreuz und ein muslimischer Halbmond als Symbol der interreligiösen Einheit zu sehen sind.
Trotz älterer historischer Belege vermuteten einige, dass das Symbol seinen Ursprung in der Kennzeichnung der Häftlinge in den Konzentrationslagern hat. Allerdings wurden mit dem sogenannten „roten Winkel“ politische Gegner der Nazis in KZ versehen, die nicht notwendigerweise Juden waren.
Der militärische Arm der Hamas, die Qassam-Brigaden, begannen mit dem Kriegsbeginn ab November 2023 in Propagandavideos israelische Militärziele mit einem roten Dreieck zu versehen.
Seither wurde das rote Dreieck von der pro-palästinensischen Szene auf Schildern und Graffiti in Deutschland, Kanada, den Vereinigten Staaten, Australien, der Schweiz und weiteren Ländern verwendet. Es wurde auf Privathäusern oder Geschäften angebracht, so beispielsweise auf das Wohngebäude des operativen Leiters der Columbia University oder einer beliebten jüdischen Bäckerei in Sydney.
In Berlin wurde es am Technoclub About Blank angebracht, nachdem dort eine Diskussionsveranstaltung zu Antisemitismus stattfand. Ebenfalls in Berlin wurde das Bajszel mit Dreiecken markiert und mehrfach angegriffen. Im Herbst 2025 wurden drei Betreiber auf Flugblättern persönlich bedroht und mit roten Dreiecken markiert.
Nach dem Mord an Yaron Lischinsky beim Attentat auf Mitarbeiter der israelischen Botschaft in Washington, D.C. tauchten im Mai 2025 im Umfeld der Humboldt-Universität zu Berlin mehrere Plakate auf, auf dem Lischinsky mit einem roten Dreieck versehen wurde, was laut Tagesspiegel das Opfer verhöhnen und gleichzeitig Juden drohen sollte. Die Berliner Polizei nahm Ermittlungen auf.
In Zürich wurde 2024 am Gebäude der Neuen Zürcher Zeitung ein rotes Dreieck angebracht.
Das rote Dreieck als Emoji (🔻) wurde von palästinensischen Unterstützern häufig in den sozialen Medien verwendet. Im Oktober 2024 gab es Berichte darüber, dass Meta Beiträge mit dem Symbol im Kontext des Nahostkonflikts entfernte.
Im Juli 2024 beschloss der Berliner Senat, das Symbol per sofort zu verbieten, sofern es im Kontext mit der Hamas steht. Niklas Schrader der Partei Die Linke warnte davor, unbeabsichtigt damit Organisationen wie die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, unter anderem bei israelsolidarischen Demonstrationen, zu verbieten. Die Berliner Sektion des VVN-BdA äußerte sich ähnlich.
Seit November 2024 stuft auch das Bundesministerium des Innern das rote Dreieck als Symbol ein, das unter das Verbot der Hamas fällt.