Als Rottenwagen wurden in der Schweiz Bahndienstwagen bezeichnet, die einer Gruppe Gleisbauer, einer Rotte, dazu dienten, sich zu verpflegen. Dazu befand sich im Wagen eine eingebaute Küche, die Rottenküche. Der Rottenwagen hat schweizbezogen nichts mit dem Rottenkraftwagen gemein.
In Deutschland wurden als Rottenwagen ursprünglich kleine, leichte Plattformwagen bezeichnet, die von den Arbeitsrotten der Bahnmeistereien für Transportaufgaben verwendet wurden. Aus diesen entwickelten sich später die motorisierten Rottenkraftwagen.

In der Schweiz tauchten die ersten solcher Verpflegungswagen erstmals während des Ersten Weltkriegs auf, zu einer Zeit, als das Essen rationiert wurde. Es handelte sich dabei in der Regel um ausrangierte Eisenbahnwagen, bei denen Sitzbänke ausgebaut und dafür eine Küche und Tische eingebaut wurden. In den Rottenwagen konnten sich, neben den Gleisarbeitern, auch andere Bahnmitarbeitende verpflegen, z. B. solche, die mit Unterhaltsarbeiten an Lokomotiven beschäftigt waren.
1985 gab es 120 Rottenwagen, 2007 nur noch 51. Mit den Restrukturierungsprogrammen wurden sie wegrationalisiert. Die SBB-Spitze war der Meinung, dass moderne Container mit Mikrowellenöfen ausreichen würden, transportiert von einem Lkw. Durch die veränderten Berufsbilder, die zunehmende Arbeitsbelastung und immer kürzere Bauintervalle in der Nacht haben sich die Pausen verkürzt.
2010 willigte die SBB aufgrund einer Petition des SEV (Gewerkschaft des Verkehrspersonals) und nach mehreren Verhandlungen ein, die Rottenwagen bis zur Pensionierung der jeweiligen Köchinnen (längstens bis 2020) weiterzuführen.
2014 ging die letzte Rottenköchin des Kantons Aargau, Erika Steger aus Kleindöttingen, in Pension. Damit wurde die seit sechs Jahren in Brugg stehende Rottenküche geschlossen.
2020 traten die letzten der verbliebenen 23 Rottenköchinnen in den Ruhestand, die Rottenwagen wurden damit aus dem Dienst gezogen.
Anfangs wurden von der SBB noch Baustellencontainer zur Verfügung gestellt. Aus Budget- und Platzgründen verschwanden diese aber schleichend. Da es immer weniger freie Gleise gibt, ist der Platz für die Container knapp geworden.