
Eine Rotunde (früher auch Rotonde, Rotonda) ist ein auf rundem Grundriss errichtetes Gebäude oder Gebäudeteil. Sie ist entweder ein freistehend runder Zentralbau oder im Innern eines größeren Gebäudes ein runder Saal.
Der deutschsprachig verwendete Architektur-Fachbegriff Rotunde stammt aus dem Lateinischen von rotunda (Kugel) bzw. rotundus (rund). Entsprechend tragen einige berühmte und baugeschichtliche bedeutende Rotunden in Italien den Begriff im Eigennamen, etwa die Kirche Sancta Maria Rotunda in Rom (Pantheon) oder die Palladio-Villa La Rotonda bei Vicenza.
Rotunden gibt es in der Architektur aller Epochen und in vielen verschiedenen Gebäudefunktionen. Da allerdings die architektonische Rundform innerhalb der historischen Architektur seit jeher eine hervorragende Bedeutung beansprucht, kommen Rotunden insbesondere bei Sakralbauten und repräsentativen Festsälen vor.
Eine Rotunde kann einen kreisrunden oder seltener einen elliptischen Grundriss aufweisen. Ein oberer Abschluss mit einer Decke ist nicht nötig, doch sind viele Rotunden mit einem Kuppelgewölbe überspannt, was die Rundform formal aus dem Grundriss auch in den Querschnitt überträgt.
Rotunden-Bautypen in der antiken Architektur sind der Monopteros und der Tholos, deren Bauformen später historisierend als Zierbauten, Tempelchen oder Lusthäuser auch in Parks und Gärten wieder aufgegriffen wurden.
Auch für einige Funktionsbauten ist die Rundform der Rotunde typisch, etwa (von der Teleskopkuppel abgeleitet) für Sternwarten, bei bestimmten Wehrtürmen, bei Ausstellungsgebäuden (wie der Wiener Rotunde), bei Rundhäusern als Lokschuppen, bei Gasometern oder bei Panorama-Gebäuden.
Siehe auch: Tempietto, Rundkirche, Trullo, Rundscheune
Bautypologisch sind Rotunden von Ringbauten zu unterscheiden, die einen offenen, runden Innenhof umschließen.
Im Innern von Gebäuden können bedeutungsvolle Räume als Rotunden hervorgehoben sein, etwa als repräsentative Festsäle, Kirchenvierungen oder Anatomische Theater.