Roxithromycin

Strukturformel
Struktur von Roxithromycin
Allgemeines
Freiname Roxithromycin
Andere Namen
  • Erythromycin-9-{(E)-O-[(2-methoxyethoxy)methyl]oxim}
  • Roxithromycinum (Latein)
Summenformel C41H76N2O15
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 80214-83-1
EG-Nummer (Listennummer) 617-007-5
ECHA-InfoCard 100.121.308
PubChem 6915744
ChemSpider 5291557
DrugBank DB00778
Wikidata Q424037
Arzneistoffangaben
ATC-Code

J01FA06

Wirkstoffklasse

Makrolidantibiotika

Eigenschaften
Molare Masse 837,05 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

110–125 °C

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: 301+312+330
Toxikologische Daten

830 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Roxithromycin ist eine organische chemische Verbindung aus der Gruppe der Glycoside, die als antibiotisch wirkender Arzneistoff der Gruppe der Makrolidantibiotika eingesetzt wird. Roxithromycin wurde ausgehend vom Erythromycin hergestellt. Die erreichten Veränderungen sind ähnlich wie bei Clarithromycin.

Pharmakologie

Anwendung

Die Anwendung von Roxithromycin erfolgt bei Infektionen der Atemwege, bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohrenbereich und bei bakteriellen Entzündungen der Haut und der ableitenden Harnwege. Zusätzlich kann Roxithromycin bei Keuchhusten und Infektionen durch Legionellen, Chlamydien und Mykoplasmen gegeben werden.

Wirkungsmechanismus

Roxithromycin gehört zur Wirkstoffgruppe der Makrolidantibiotika. Der Wirkungsmechanismus dieser Stoffgruppe ist die Hemmung der Proteinsynthese durch die Bindung an die 50S-Untereinheit der Ribosomen.

Die Makrolidantibiotika behindern den Prozess der Proteinsynthese während der Elongation, also der Verlängerungsphase der Proteinkette am Ribosom. Durch ihre Bindung blockieren sie die Translokation, also die Verlagerung der Peptidyl-t-RNA von der Donator- zur Akzeptorstelle. Dadurch kommt es zu einer vorzeitigen Unterbrechung der Proteinsynthese und somit zur bakteriostatischen Wirkung.

Nebenwirkungen

Die Makrolidantibiotika werden im Allgemeinen gut vertragen. Allergische Reaktionen sind eher selten. Es können als Überempfindlichkeitsreaktionen Hautausschläge, Juckreiz oder Gelenkschwellungen auftreten. Vereinzelt können Nebenwirkungen am Gehörapparat auftreten, dabei kann es sich um eine vorübergehende Beeinträchtigung des Hörvermögens und Ohrengeräusche handeln. Selten werden Herzrhythmusstörungen (u. a. durch QT-Zeit-Verlängerung) und Veränderungen des Lebergewebes mit Anstieg der speziellen Leberenzyme beobachtet. Häufiger dagegen treten Nebenwirkungen auf, die den Verdauungstrakt betreffen. Es kann sich dabei um Magendrücken, Übelkeit und Erbrechen, sowie um Durchfälle und um Blähungen handeln. Bei lang anhaltenden Durchfällen muss eine pseudomembranöse Kolitis ausgeschlossen werden. Vereinzelt werden Fälle von akuter Pankreatitis, also einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, beobachtet. Zusätzlich werden bei der Gabe von Roxithromycin vereinzelt Störungen vom Geruchssinn und im Geschmacksempfinden beobachtet.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen bei der systemischen Anwendung:

Gegenanzeigen

Gegenanzeigen bei der systemischen Anwendung:

Handelsnamen

Monopräparate

Rulid (D, CH), Rulide (A), zahlreiche Generika (D, A), Roxi (D)

Einzelnachweise

  1. ↑ Eintrag zu Roxithromycin. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 30. September 2014.
  2. 1 2 3 Datenblatt Roxithromycin bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 20. August 2025 (PDF).