Rudolf Gleimius (* 3. März 1890 in Leer (Ostfriesland); † 8. August 1977) war ein deutscher Bankmanager.
Gleimius absolvierte von 1907 bis 1910 eine Lehre zum Bankkaufmann bei der Norderbank AG in Norden. Daraufhin war er von 1910 bis 1912 Angestellter der Schweizerischen Volksbank in Bern und Saint-Imier. Anschließend war er von 1912 bis 1915 als französischer Korrespondent der Deutschen Bank in London tätig. 1915 wurde er dort angesichts des Ersten Weltkriegs als feindlicher Ausländer interniert; noch im selben Jahr wurde er ausgetauscht und kehrte nach Deutschland zurück.
Von 1916 bis 1920 war Gleimius Direktionssekretär und Prokurist der Deutschen Bank in Berlin. Anschließend leitete er bis 1922 die Stelle für Auslands-Wertpapiere im Reichsfinanzministerium. Daraufhin wurde er in den Vorstand der Reichs-Kredit-Gesellschaft berufen, wo er von 1923 bis 1928 für die Devisenbeschaffungsstelle zuständig war. Darüber hinaus war er von 1926 bis 1929 Vorstandsmitglied der Finanzierungsgesellschaft für Landkraftmaschinen und von 1928 bis 1929 Mitglied des Präsidiums der Finanzierungsgesellschaft für Industrielieferungen. Schließlich war er von 1929 bis 1931 Vertreter der Deutschen Bank im New York City.
Ab 1931 war Gleimius in der Privatwirtschaft und als Wirtschaftsberater von Versicherungsgesellschaften tätig. Unter anderem leitete er die Sanierung der Hildebrand, Kakao- und Schokoladenfabrik GmbH. Von 1944 bis 1945 war er einer der Leiter der Vermögensverwaltung der Allianz Lebensversicherung in Berlin. Während der Zeit des Nationalsozialismus litt er unter den Repressalien des NS-Staates und musste seine berufliche Karriere unterbrechen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Gleimius von der britischen Militärregierung zum deutschen Vertreter der Inkasso-Kommission bestellt. Diese wurde im April 1947 von der Alliierten Kommandantur in Berlin eingerichtet. Ihre Aufgabe war es, Zinsen und Tilgungen für Darlehen und Hypotheken einzuziehen, die von den in Berlin geschlossenen und ruhenden Banken stammten. 1948 gehörte er der Berliner Kommission zur Vorbereitung der Währungsreform an.
1949 wurde Gleimius zum Präsidenten der Berliner Zentralbank ernannt. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1959 inne. In seine Amtszeit fiel die Eingliederung der Bank in die Deutsche Bundesbank als Landeszentralbank. Er wurde dadurch auch Mitglied des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank. Als Präsident der Berliner Landeszentralbank folgte ihm 1959 Franz Suchan nach.
Gleimius war ab 1926 verheiratet mit Ilse, geb. Goldmann. Das Paar lebte auf einem großen Anwesen am Kladower Damm in Berlin-Gatow, das es von Ernst L. Freud umgestalten ließ. 1929 ließ sich Gleimius von Joachim Karsch eine Büste von sich selbst anfertigen. Gleimius war Vorsitzender der 1949 gegründeten Gesellschaft der Freunde der Berliner Philharmonie. 1959 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.
| Personendaten | |
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| NAME | Gleimius, Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Bankmanager |
| GEBURTSDATUM | 3. März 1890 |
| GEBURTSORT | Leer (Ostfriesland) |
| STERBEDATUM | 8. August 1977 |