Rudolf Heilbrunn

Rudolf Moritz Heilbrunn (* 20. April 1901 in Frankfurt am Main; † 4. Juli 1998 in Kaiserslautern) war ein deutscher Privatgelehrter, Historiker, Autor und Herausgeber jüdischer Abstammung.

Leben

Er war der älteste Sohn des Frankfurter Rechtsanwalts und Politikers Ludwig Heilbrunn und der Juwelierstochter Clara Koch. Heilbrunn studierte Rechtswissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt, veröffentlichte 1924 seine Dissertation mit dem Titel Die rechtliche Stellung der Betriebsratsmitglieder im Aufsichtsrat und promovierte im Jahr 1928 zum Dr. jur. Nach Abschluss seines Studiums trat er in die Juwelierfirma Robert Koch seines Großvaters ein. Er zählte zu den regelmäßigen Hausgästen des Frankfurter Kunstsammlers Martin Flersheim und dessen Gattin Florence, geb. Livingston. Im Jahr 1933 heiratete er die spätere Übersetzerin Lore Grages.

Nach der „Arisierung“ der Firma durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938 emigrierte er nach Amsterdam, wurde aber im Dezember 1943 ins Durchgangslager Westerbork deportiert.

Heilbrunn überlebte das Konzentrationslager, ging im Jahr 1950 zunächst nach Zürich und arbeitete anschließend als Privatgelehrter, Autor und Herausgeber in Kaiserslautern.

Der Maler Max Beckmann porträtierte 1946 in Amsterdam Rudolf M. Heilbrunn in einer Bleistiftzeichnung (Max Beckmann: Bildnis Dr. Rudolf M. Heilbrunn, Amsterdam 1946, Bleistiftzeichnung, Privatbesitz).

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Foto des Grabs(flickr (12. Oktober 2013))
  2. ↑ Kurzbiographien der Anwälte jüdischer Herkunft im Oberlandesgerichtsbezirk Frankfurt Digitalisat (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive); (PDF; 271 kB).
  3. ↑ Claudia C. Müller: Jakob Nussbaum (1873–1936). Ein Frankfurter Maler im Spannungsfeld der Stilrichtungen (= Studien zur Frankfurter Geschichte, Bd. 47), Phil. Diss. Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (1999), Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 2002, ISBN 978-3-7829-0522-0, S. 100, 121.
  4. ↑ Andrea Hopp: Jüdisches Bürgertum in Frankfurt am Main im 19. Jahrhundert, Seite 212, 1997 (Digitalisat)
  5. ↑ Judith C. Weiss, Walter Barker: Max Beckmann, Seite 466, Verlag Prestel, 1984 (Auszug)
Personendaten
NAME Heilbrunn, Rudolf
ALTERNATIVNAMEN Heilbrunn, Rudolf Moritz (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Privatgelehrter, Historiker, Autor und Herausgeber
GEBURTSDATUM 20. April 1901
GEBURTSORT Frankfurt am Main
STERBEDATUM 4. Juli 1998
STERBEORT Kaiserslautern