Rudolf Holtappel (* 3. Januar 1923 in Münster (Westfalen); † 21. November 2013 in Duisburg) war ein deutscher Ruhrgebietsfotograf.
Von 1937 bis 1939 absolvierte Rudolf Holtappel eine Fotografenlehre bei Rudolf Lindemann in Münster. Durch den Krieg brach er die Lehre ab und studierte von 1942 bis 1943 an der Staatslehranstalt für Lichtbildwesen in München. 1950 schloss er die Meisterprüfung im Fotografenhandwerk an der Handelskammer in Düsseldorf ab und begann 1953 als freier Fotograf und Bildjournalist für das ZDF, den WDR, die WAZ, den Carl Lange Verlag, das Theater und zahlreiche Industrie- und Wirtschaftsunternehmen freiberuflich zu arbeiten. 1960 zieht Holtappel von Duisburg nach Oberhausen, wo er bis zu seinem Tode lebt. Von 1966 bis 2004 ist er Mitglied beim Deutschen Journalisten-Verband (DJV). 1989 wird er in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPH) berufen. Holtappel war verheiratet und hat zwei Söhne.
Holtappels Motivpalette reicht von Auftragsfotografien für das Theater Oberhausen (1961–1970; 1992–2002) und Karstadt (1964–1995) und Henkel (1974–2002) bis hin zu freien experimentellen Arbeiten und Edeldrucktechniken (seit 1990er Jahre). Er prägt seine Fotografien durch besondere Titel, die nachdenklich, kritisch oder humorvoll sein können. Holtappels frühe Fotografien der 1950er–1970er Jahre gestalten zahlreichen Bildbände des Carl Lange Verlags und später im Mercator-Verlag. Die Foto-Textbände skizzieren ein Bild des Ruhrgebiets, Niederrheins und Rheinlands, darunter befinden sich Bände zu Duisburg, Gelsenkirchen, Dinslaken, Oberhausen und weiteren Städten wie Lahr, Geldern, Krefeld und Düsseldorf. Sein Interesse an der Stadtfotografie zeigt auch die spätere Serie „Grenzbereiche“ für die Holtappel Stadtgrenzen mit ihren Ortseingangsschildern fotografisch festhält. Holtappels Bilder werden vielfach publiziert (u. a. im ZEITmagazin, in Werkszeitungen (darunter Echo der Arbeit), in Mitarbeitermagazinen für Henkel und Karstadt (Henkel-Blick/später Henkel-Life, Karstadt-Magazine: Rundschau in Wort u. Bild; Wir- das Magazin für Mitarbeiter), in Einzelhandelszeitschriften usw.) und beispielsweise vom ZDF und WDR für Berichterstattungen genutzt. Seine frühen Fotografien entstehen nicht für die Museumspräsentation, sondern für die Auftraggeber und oftmals auch für Bild-Text-Kombinationen in Büchern oder Zeitschriften. Erst ab den 1990er Jahren werden Holtappels Fotografien in Museen ausgestellt. Seine Werke werden vielfach prämiert, hochpreisig bei Auktionen (van ham, Grisebach, Lempertz) angeboten.
Sein Nachlass wurde 2017 von der Stadt Oberhausen angekauft und von der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen wissenschaftlich erschlossen, darunter: 360.000 Einzelnegative (10.000 Negativbögen) in 80 Ordnern, mehr als 600 Bögen Diapositive und einzelne Dias, über 5.000 Handabzüge zu den Themen Ruhrgebiet, Theater, Warenhaus, Karstadt, Henkel, Edeldrucke, Stadtbildbände, Magazine als Belegexemplare, Material aus dem Fotolabor, Kamerasammlung, Schriftwechsel und Dokumente. 2002 wurden 20.000 Negative zum Ruhrgebiet aus den 1950er–1960er Jahren vom Ruhr Museum, Essen angekauft. Abzüge des Fotografen finden sich auch im Bestand des Kunstmuseums Situation Kunst, Bochum und der Sammlung Fricke, Bonn sowie in zahlreichen weiteren Museen, Archiven und Institutionen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Holtappel, Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fotograf |
| GEBURTSDATUM | 3. Januar 1923 |
| GEBURTSORT | Münster (Westfalen) |
| STERBEDATUM | 21. November 2013 |
| STERBEORT | Duisburg |