Rudolf Hug verbrachte seine Kindheit und Jugendzeit bis 1966 in Romanshorn im Kanton Thurgau, als eines von vier Geschwistern. Nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit begann er eine Berufslehre zum FEAM (Fernmelde-, Elektro- und Apparatemonteur) bei der Contraves AG, die er 1970 abschloss. Sein Talent stellte er bereits damals beim Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht» unter Beweis, in dem er den 1. Preis für seine Arbeit «Digitalcomputer für die serielle Messung von tolerierten Analogsignalen» gewann. In den folgenden Jahren sammelte Hug berufliche Erfahrungen in der aufkommenden Computertechnik in internationalen Technologieunternehmen sowie bei mehrmonatigen Ausbildungen in den USA. 1983 startete er seine Karriere als selbstständiger Unternehmer in der Elektronik-Branche.
Sein politisches Engagement begann er 1996 als Mitglied der Schulpflege Oberrohrdorf, 1997 wurde er in den Grossen Rat des Kantons Aargau gewählt. In den Folgejahren wirkte er im Vorstand von verschiedenen grossen Wirtschaftsverbänden der Schweiz. Er hatte zudem mehrere Verwaltungsratsmandate in grossen international tätigen Unternehmen.
Während er die meisten seiner politischen und unternehmerischen Tätigkeiten niedergelegt hat, ist er heute als Naturfotograf, Reiseleiter sowie als Autor und Referendar aktiv.
Rudolf Hug wohnt in Oberrohrdorf, Kanton Aargau. Er ist seit 1994 mit Renée Hug verheiratet und hat mir ihr drei Kinder. Aus erster Ehe hat Hug zwei weitere Kinder.
Fotografie
Im Anschluss an seine politischen und unternehmerischen Tätigkeiten hat Rudolf Hug seine Leidenschaft für die Fotografie entdeckt. Seit 2013 publiziert er Fotobücher und Sachbücher, die über den Buchhandel vertrieben werden und in den Sammlungen der Schweizerischen und Deutschen Nationalbibliothek aufgeführt sind. Thematisch beschäftigen sich diese vor allem mit der Tierfotografie, dokumentieren aber auch Kraftwerksbauten der Schweiz wie Kraftwerke Linth-Limmern und Kraftwerk Eglisau sowie Schweizer Brauchtümer. Zu seinen Büchern sind mehrere Rezensionen in verschiedenen Schweizer Zeitungen und Magazinen erschienen, unter anderem in der Aargauer Zeitung, der Appenzeller Zeitung, in den Schaffhauser Nachrichten, in der Südostschweiz sowie im Espazium Magazin und in Swiss Engineering. Ausserdem wurden von Kanal K und Radio Munot Interviews mit Rudolf Hug zu seiner Tätigkeit als Fotograf geführt.
Seit 2017 publiziert der Verlag AZ-Medien, heute CH Media, in seinen 18 Tageszeitungen regelmässig Rudolf Hugs Fotokolumne «Rudolf Hug fotografiert». Die Beiträge können auf seiner Website eingesehen werden.
Die Galerie Bischofberger publiziert seit Jahren auf der Rückseite der Magazine ARTFORUM (New York) und Kunst-Bulletin (Zürich) eine Anzeige, die Kultstatus hat. Für das ARTFORUM hat Bruno Bischofberger sechs Bilder von Rudolf Hug ausgewählt und deren vier für das Kunst-Bulletin.
Hug ist Mitglied des Vereins «Naturfotografen Schweiz», Instruktor bei «my Nikon» und begleitet als Reiseleiter Fotografie-Reisen für den österreichischen Anbieter LIFETRAVEL. Zudem hält er regelmässig Multimediavorträge über seine Tiergeschichten.
Politik
Hug war 1997 bis 2005 Grossrat im Kanton Aargau für die FDP. Er absolvierte zwei Amtsperioden. Dabei war er als Finanzpolitiker tätig und war Mitglied der Staatsrechnungskommission und der Geschäftsprüfungskommission. Er war an der Sanierung der Lehrerpensionskasse und der Einführung der Wirkungsorientierten Verwaltungsführung (WOV) beteiligt. 2000 bis 2001 präsidierte er die Arbeitsgruppe ABAKABA, die sich mit der Einführung einer Arbeitsplatzbewertung der Angestellten des Kantons befasste.
Von 2004 bis 2007 war er als KTI-Experte (Kommission für Technologie und Innovation) im Bundesamt für Berufsbildung und Technologie tätig.
Daneben präsidierte er die Vereinigung der privaten Aktiengesellschaften (VPAG) von 2005 bis 2008, wie auch den Verein «Freunde des PSI» zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen dem Paul Scherrer Institut (PSI), der Politik und der Wirtschaft von 2007 bis 2019. Zusätzlich hatte Hug von 2005 bis 2013 nebenamtlich als Arbeitgebervertreter am BezirksgerichtBaden ein Amt als Arbeitsrichter inne. 2004 wurde er als KMU-Vertreter in den Vorstandausschuss von Swissmem gewählt und übernahm 2007 als Vorstandsmitglied von Economiesuisse das Präsidium der ständigen Kommission «Energie & Umwelt». Beide Mandate legte er 2013 nieder.
Wirtschaft
Unternehmen
Die Aufnahme selbstständiger wirtschaftlicher Tätigkeit begann Hug mit der Gründung der HUG-Engineering 1983. In den folgenden Jahren gründete er eine Vielzahl weiterer Firmen – darunter die ELSOFT AG 1984 sowie die M-Tek AG und die MPL AG 1985. Etwas später folgten die HT-Holding AG 1990 als Dachorganisation und die MPI Technologies AG im Jahr 1992. Im Jahr 2002 folgte die Gründung der AOS Technologies AG.
Im Jahr 1990 erwarb die BIBUS Holding AG eine Beteiligung an den Gesellschaften MPL AG Elektronikunternehmen und MPI Technologies AG. 2021 wurde im Sinne einer Nachfolgeregelung die Mehrheit der Aktien der Unternehmen MPL AG und MPI Technologies AG an den bisherigen Partner BIBUS Holding AG verkauft. Im selben Jahr erfolgte die Umbenennung der HT-Holding AG zur HT-Services AG, welche die Elsoft AG und die M-Tek AG fusionierte. 2025 schliesslich wurde die AOS Technologies AG an den japanischen Kamerahersteller Photron Ltd. verkauft. Über einen Zeitraum von 37 Jahren war Rudolf Hug Präsident des Verwaltungsrats der MPL AG Elektronikunternehmen, aus dem er 2022 zurücktrat. Im gleichen Jahr trat er nach 30 Jahren Tätigkeit auch aus dem Verwaltungsrat der MPI Technologies AG zurück. Bis heute ist er Präsident des Verwaltungsrats der HT-Services AG.
Weitere Mandate
Im Laufe seiner beruflichen Karriere war Hug in Verwaltungsräten diverser weiterer Unternehmen tätig. 2003 bis 2019 wirkte er als Vertreter des Kantons Aargau im Verwaltungsrat der AXPO Holding AG. Er präsidierte dabei den Prüfungs- und Finanzausschuss und amtete zuletzt als Vizepräsident des Verwaltungsrats. Von 2008 bis 2016 war Rudolf Hug Mitglied des Verwaltungsrats der AEW Energie AG. Dazu kam 2010 ein Mandat im Verwaltungsrat der Kabelwerke Brugg Holding AG, das bis 2019 dauerte. Zudem hatte er Mandate in verschiedenen kleineren KMU.
↑Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulates 03.3100 eingereicht von Hildegard Fässler (20.03.2003).In:Der Bundesrat – Das Portal der Schweizer Regierung.Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT in Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Bildung und Forschung SBF, dem Staatssekretariat für Wirtschaft seco, dem Eidg. Institut für Geistiges Eigentum IGE und dem Zentrum für Wissenschaftsstudien CEST,2.November 2005,abgerufen am 30.August 2026.
↑Peter Andreas Zahn, Christophe Sarazin:focus.In:Yumpu.Vereinigung der Privaten Aktiengesellschaften (VPAG),Oktober 2017,abgerufen am 30.August 2026.
↑Alexandra von Ascheraden, Dagmar Baroke, Dr. Paul Piwnicki:Fenster zur Forschung.In:Paul Scherrer Institut.Paul Scherrer Institut,Januar 2012,abgerufen am 30.August 2026.