Rudolf Isay (* 1. Januar 1886 in Trier; † 14. April 1956 in Bonn, nach anderer Quelle in Krälingen, Kreis Ahrweiler) war ein deutscher Jurist, Patentanwalt und Kartellfachmann.
Isay wurde als Sohn des Kaufmanns Adolf Isay und seiner Ehefrau Jenny, geb. Michaels, in Trier geboren. Der Jurist Hermann Isay (1873–1938) war sein Bruder.
Isay studierte ab 1904 Rechtswissenschaften und promovierte 1908 an der Universität Bonn. Er arbeitete ab 1911 als Patentanwalt in der Kanzlei von Eduard Reimer und seines Bruders Hermann Isay und wurde beim Berliner Kammergericht zugelassen. Weil Lizenzverträge seinerzeit regelmäßig zur Bildung von Kartellen (Patentverwertungsgemeinschaften) genutzt wurden, gehörte neben dem Patentwesen auch die damit zusammenhängende Ausgestaltung von Kartellverträgen zum Arbeitsfeld eines Patentanwalts. Während der Weimarer Republik stieg die Sozietät Isay zu einer der bedeutendsten Wirtschaftsrechts-Kanzleien im hauptstädtischen Berlin auf.
Rudolf Isay war Bauherr eines von dem Architekten Fritz August Breuhaus de Groot entworfenen und in den Jahren 1930/1931 in Berlin-Dahlem am Hüttenweg 9 erbauten Einfamilienhauses.
Im NS-Staat wurden die Brüder Hermann und Rudolf Isay diskriminiert und erhielten Berufsverbot, da sie – obwohl nicht gläubig – der Herkunft nach und somit für die Behörden „rassisch“ Juden waren. Ihr früherer Sozius Eduard Reimer wurde 1938 durch die Gestapo daran gehindert, den Brüdern Isay sein Buch "Wettbewerbs- und Warenzeichenrecht" zu widmen. Hermann Isay starb 1938 nach schwerer Krankheit. Rudolf Isay wanderte aufgrund der anhaltenden Probleme 1935 mit seiner Frau Isabella Trimborn nach Brasilien aus und betätigte sich bis 1951 als Kaffeepflanzer und Viehzüchter in der deutschen Ansiedlung Rolândia.
Sechs Jahre nach Kriegsende kehrte er nach Deutschland zurück und lehrte bis 1956 als Professor für Rechtswissenschaft an der Universität Bonn.
Rudolf Isay war ein prominenter akademischer Vertreter der deutschen Kartellbewegung des 20. Jh. Er hatte sich dabei auf das Patentwesen (wichtig für Technologiekartelle) spezialisiert. In den 1950er Jahren wurde er zu einem profilierten Vertreter einer Wettbewerbsordnung unter grundsätzlicher Zulassung von Kartellen. Isay hatte den Vorteil, durch seine Auswanderung politisch unbelastet zu sein, wohingegen die meisten deutschen Kartellanhänger entweder Sympathisanten des Nationalsozialismus gewesen waren oder aber sich irgendwie mit dem Regime hatten arrangieren müssen. Die noch vorhandene deutsche Kartellbewegung schmückte sich folglich gern mit Isay.
Allerdings stand dessen wirtschaftspolitische Ausrichtung – aufgrund der von den Alliierten angeordneten Dekartellierung – nach 1945 auf letztlich verlorenem Posten.
Isay befasste sich außerdem in mehreren Publikationen mit dem Bergrecht, also dem Recht des Abbaus von Bodenschätzen. Bereits 1930 veröffentlichte er hierzu eine rechtsvergleichende Untersuchung, die in französischer Sprache erschien. 1954 legte er den Entwurf eines deutschen Bundesberggesetzes vor.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Isay, Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist, Patentanwalt und Kartellfachmann |
| GEBURTSDATUM | 1. Januar 1886 |
| GEBURTSORT | Trier |
| STERBEDATUM | 14. April 1956 |
| STERBEORT | Bonn |