Rudolf Korunka (* 1915 in Wien; † 2003) war ein österreichischer Maler und Grafiker. Neben einer Lehrtätigkeit an der Universität für angewandte Kunst Wien war er künstlerisch tätig.
Korunka studierte von 1932 bis 1938 an der Kunstgewerbeschule Wien bei Franz Cizek, Viktor Schufinsky, Albert Paris Gütersloh und Paul Kirnig. 1937 erhielt er den Staatspreis der Kunstgewerbeschule (Malerei), 1938 schloss er mit dem Diplom in Grafik ab. Während des Zweiten Weltkrieges nahm er zwei Semester Studienurlaub an der Hochschule für angewandte Kunst; nach der Heimkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft (1948) wurde er Assistent, später Leiter der Meisterklasse für Gebrauchs- und Illustrationsgrafik (Lehrtätigkeit bis 1980/81); parallel dazu war er künstlerisch tätig.
Frühe Arbeiten sind expressionistisch geprägt; später verdichtete Korunka die Farbigkeit zu einem „lückenlosen“ malerischen Gewebe, in dem Linie, Fläche, Farbe und Figur gleichwertig zusammenwirken. Wiederkehrende Motive sind Landschaften und Naturformationen, Kriegs- und Zerstörungsbilder sowie Puppenfiguren als Gleichnisse menschlicher Entfremdung.
Neben der freien Malerei entstanden Reliefs, Plakate, Sgraffiti, Schmiedeeisenarbeiten (u. a. für Kirchen) und Wandmalereien für Lagerhäuser. Sein Werk verbindet eine leuchtende, körperhafte Farbigkeit mit existenziellen Themen (Natur, Kriegserfahrung, Puppe/Mensch), das Malerische hat Vorrang vor bloßer Abbildung.
Korunka war ab 1948 an der Hochschule/Universität für angewandte Kunst in Wien tätig, zuletzt als Leiter der Meisterklasse für Gebrauchs- und Illustrationsgrafik (bis 1980/81). Im intellektuellen Umfeld ist der Kunsttheoretiker Heimo Kuchling (1917–2013) zu nennen, der Korunkas Werk in Katalogen interpretierte und das Fach „Morphologie der Bildenden Kunst“ begründete. Kuchling stand auch in engem Austausch mit Maria Lassnig; diese erklärte laut einem Bericht der Tageszeitung Kurier, dass er der einzige gewesen sei, dem sie zugestanden habe, ihre Bilder kritisch zu beurteilen.
In Biografien zu Arnulf Rainer wird berichtet, er habe die Akademie/Angewandte nach einem Tag wieder verlassen – „wegen einer künstlerischen Kontroverse mit dem Assistenten Rudolf Korunka“. Dieser frühe Abbruch erregte in der Rückschau Aufmerksamkeit und wird in Rainers Lebensläufen regelmäßig erwähnt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Korunka, Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Maler und Grafiker |
| GEBURTSDATUM | 1915 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 2003 |