Rudolf Reusch

Rudolf Friedrich Reusch (* 4. Dezember 1810 in Königsberg; † 28. Dezember 1871 ebenda) war ein deutscher Jurist, Schriftsteller und Volkskundler.

Leben

Reusch wurde als ältester Sohn des Juristen und späteren Universitätskurators Christian Friedrich Reusch geboren. Er studierte in Königsberg Rechtswissenschaft und wurde zum Dr. jur. promoviert. Er wurde 1839 (oder 1842) Gerichtsassessor am Oberlandesgericht Königsberg, 1850 Stadtgerichtsrat und 1859 Tribunalsrat (Richter). 1867 trat er als Geheimer Justizrat in den Ruhestand. Er sammelte auf der Halbinsel Samland, auf der er aufgewachsen ist, Volkssagen, Mythen und Volkslieder, und gab diese heraus. Ferner verfasste er Gedichte in niederpreußischer Sprache. Zusammen mit August Hagen und seinem Freund Ernst Wichert gründete Reusch 1858 das „Literarische Kränzchen in Königsberg“ und war eines dessen Hauptmitglieder. Nachdem Reusch an einer Gehirnlähmung schwer erkrankte, löste sich der Kulturverein ca. 1867/68 auf.

Die Rudolf-Reusch-Straße in Berlin-Lichtenberg ist nicht nach ihm, sondern nach dem gleichnamigen Kommunalpolitiker Rudolf Reusch (1851–1931) benannt.

Werke

Quelle:

Literarische und volkskundliche Schriften

Juristische Schriften

Literatur

Wikisource: Rudolf Reusch – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Roland Berbig, Rolf Parr: 78. Literarisches Kränzchen in Königsberg und Altpreußischer Dichterverein/Literarischer Verein der Altpreußen. In: Wulf Wülfing, Karin Bruns, Rolf Parr (Hrsg.): Handbuch literarisch-kultureller Vereine, Gruppen und Bünde 1825–1933. Metzler, Stuttgart u. Weimar 1998, ISBN 3-476-01336-7, S. 294–303 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. ↑ Hilmar Schmuck, Willi Gorzny (Hrsg.): Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums (GV) 1700–1910. Band 116: Reink – Reus. K. G. Saur, München 1984, ISBN 3-598-30000-X, S. 388 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).