Rudolf von Roth

Rudolf von Roth

Walter Rudolf Roth, ab 1872 von Roth, (auch Walter Rudolph Roth; * 3. April 1821 in Stuttgart; † 23. Juni 1895 in Tübingen) war ein deutscher Indologe und Religionswissenschaftler.

Leben

Rudolf von Roth studierte in Tübingen (bei Heinrich Ewald), Berlin und Paris (unter Eugène Burnouf) sowie in London, wo er in der Handschriftensammlung des East India House den Stoff zu seinen Arbeiten über älteste Sanskritliteratur sammelte, habilitierte sich 1845 in Tübingen und wurde dort 1848 zum Extraordinarius und 1856 zum ordentlichen Professor für den indischen Zweig der orientalischen Sprachen ernannt und zusätzlich zum Oberbibliothekar der Universitätsbibliothek. Sein Programm von der Verbindung von Indologie und allgemeiner Religionsgeschichte wurde Kennzeichen des Tübinger Lehrstuhls. Seit 1852 war er auswärtiges Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und seit 1853 korrespondierendes Mitglied der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. Die Russische Akademie der Wissenschaften nahm ihn 1855 als korrespondierendes Mitglied auf. 1861 wurde er Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften (auswärtiges Mitglied ab 1889). Er gilt als einer der Begründer der modernen Vedaforschung. Eine seiner herausragendsten Leistungen ist sicherlich die Mitarbeit an Böhtlingks monumentalem, epochemachenden Petersburger Wörterbuch (PW, 7 Bde., 1855–1875).

Im Jahr 1872 wurde er mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des Ordens der Württembergischen Krone ausgezeichnet, das mit dem persönlichen Adelstitel verbunden war. 1891 erhielt er das Kommenturkreuz dieses Ordens.

Mitgliedschaften

Rudolf von Roth war Mitglied der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft.

Als Student wurde er Mitglied der Tübinger Königsgesellschaft Roigel.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Lexikonartikel

Einzelnachweise

  1. ↑ Siehe: Ulrich Nanko: Zur Geschichte des Lehrstuhls für Indologie und Vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Tübingen (1848-1945). In: Heidrun Brückner [u. a.] (Hrsg.): Indienforschung im Zeitenwandel. Analyse und Dokumente zur Indologie und Religionswissenschaft in Tübingen. Tübingen: Attempto 2003, ISBN 3-89308-345-6, S. 66 ff.
  2. ↑ Mitgliedseintrag von Rudolph von Roth bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 26. Dezember 2025.
  3. ↑ Mitglieder: Walter Rudolf von Roth. Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, abgerufen am 26. Dezember 2025.
  4. ↑ Mitglieder – historisch: Rudolf von Roth. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 26. Dezember 2025.
  5. ↑ Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg 1877, S. 29
  6. ↑ Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. In: Zeitschrift der Deutschen morgenländischen Gesellschaft. Zweiter Band. Leipzig 1848, S. 506 (Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt [abgerufen am 23. Februar 2025]).
Wikisource: Rudolf von Roth – Quellen und Volltexte
Personendaten
NAME Roth, Rudolf von
ALTERNATIVNAMEN Roth, Walter Rudolph
KURZBESCHREIBUNG deutscher Indologe
GEBURTSDATUM 3. April 1821
GEBURTSORT Stuttgart
STERBEDATUM 23. Juni 1895
STERBEORT Tübingen