Rufus Festus († 380) war ein spätantiker Beamter und Geschichtsschreiber.
Festus bekleidete unter Kaiser Valens (364–378) das Amt des magister memoriae und erlangte wohl den Rang eines vir clarissimus, d. h. den Senatorenrang. Er verfasste eine Kurzdarstellung der römischen Geschichte (Breviarium rerum gestarum populi Romani) von den sagenhaften Anfängen der Stadt bis in die 360er Jahre. Festus, der kein Christ war, scheint (wie zuvor Eutropius) von Kaiser Valens mit der Abfassung des Werkes beauftragt worden zu sein. Er schrieb ein sehr einfaches, aber recht gutes Latein. Es wird angenommen, dass ihm unter anderem Eutrops erhaltene Breviarium und die Enmannsche Kaisergeschichte als Quellen gedient haben.
Das kurze Werk, das erst in der Neuzeit in dreißig Kapitel unterteilt wurde, enthält einige wichtige Informationen und gilt insgesamt als etwas zuverlässiger als das wenig früher entstandene ähnliche, aber sprachlich weitaus anspruchsvollere Werk des Aurelius Victor. Nachdem lange Zeit als deutsche Übersetzung nur die Übertragung durch Friedrich Hoffmann vorlag (1830), erschienen im 21. Jahrhundert innerhalb kurzen Abstands zwei moderne deutsche Übersetzungen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Festus, Rufus |
| ALTERNATIVNAMEN | Sextus, Ruffus; Festus, Rufius |
| KURZBESCHREIBUNG | römischer Historiker |
| GEBURTSDATUM | 3. Jahrhundert oder 4. Jahrhundert |
| STERBEDATUM | 380 |