
Rukidi IV., mit vollem Namen Oyo Nyimba Kabamba Iguru Rukidi IV. (* 16. April 1992; † 27. August 2026), war von 1995 bis zu seinem Tod Omukama (König) des westugandischen Königreichs Toro. Guinness World Records führte ihn als jüngsten regierenden Monarchen der Welt.
Rukidi war das zweite Kind von Patrick David Matthew Kaboyo Olimi III. und Best Kemigisa Kaboyo; er hatte zwei Schwestern. Nach dem Tod seines Vaters folgte er ihm am 12. September 1995 im Alter von drei Jahren auf den Thron. Bis zu seiner Volljährigkeit führte ein Regentschaftsrat die Geschäfte des Königreichs. Am 17. April 2010 übernahm er bei einer Zeremonie in Fort Portal die vollen Amtsgeschäfte.
Anfangs erhielt er Hausunterricht, ehe er von 1999 bis 2004 die Aga Khan Primary School und im Anschluss von 2005 bis 2009 die Kabira International School, jeweils in der Hauptstadt Kampala, besuchte. Zwischen 2010 und 2013 absolvierte er die University of Winchester und erwarb dort einen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre.
Die Monarchien Ugandas besitzen keine politische Macht, haben jedoch erheblichen kulturellen und sozialen Einfluss. Er setzte sich für Jugendförderung, Bildung, HIV/AIDS-Prävention und Umweltschutz ein und rief die Entwicklungsstrategie Tooro Kingdom Vision 2045 ins Leben. Während Rukidi im Vereinigten Königreich den abschließenden Teil seiner Ausbildung an der Universität Manchester absolvierte, versuchte sein Cousin Prinz David Kijanangoma ihn 2015 mit dem Vorwurf abzusetzen, er vernachlässige seine Region. Der Prinz erklärte sich zwar selbst zum König, konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Im Kampf gegen AIDS wurde Rukidi IV. vom UNAIDS-Projekt der Vereinten Nationen zum „Champion for HIV and AIDS among young people in Eastern and Southern Africa“ ernannt. Im Jahr 2022 nahm der König an einer Expedition in das Ruwenzori-Gebirge teil, bei der er die Bergkette bestieg. Damit sollte auf das touristische Potenzial Ugandas und insbesondere auf die Bedeutung des Naturerbes von Toro aufmerksam gemacht werden. Zugleich diente die Unternehmung dazu, das öffentliche Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels und der globalen Erwärmung sowie für den Schutz der natürlichen Umwelt zu stärken.
Rukidi galt als freundlich, aber sehr zurückhaltend. Er stand unter dem Druck des strengen Hofprotokolls. Er wurde als mitfühlend, bodenständig und humorvoll beschrieben, seine öffentlichen Äußerungen wägte er sorgfältig ab. Mehrere Einwohner Fort Portals hoben seine Nahbarkeit hervor: Er habe sich selbstverständlich unter die Bevölkerung gemischt und anderen Menschen unabhängig von ihrer gesellschaftlichen Stellung das Gefühl gegeben, wichtig zu sein. Außerdem galt er als großer Fußballfan sowohl des einheimischen Fußballs als auch des englischen Premier-League-Klubs FC Arsenal. In seiner Heimatstadt unterstützte er den Amasaza Cup, das Fußballturnier des Königreichs, das er regelmäßig besuchte.
Am 27. August 2026 starb Rukidi nach wochenlangen Spekulationen über seinen Gesundheitszustand im Alter von 34 Jahren. Eine Todesursache wurde nicht bekanntgegeben. Kurz zuvor hatte ein ugandischer Minister erklärt, er werde in den Vereinigten Staaten medizinisch behandelt. Premierminister Calvin Rwomiire Aki teilte mit, der unverheiratete Monarch habe einen Prinzen als Erben hinterlassen, dessen Identität gemäß den Traditionen Toros später bekanntgegeben werde. Sein Tod löste landesweite Trauer aus; der ugandische Fußballverband ordnete bis zum 4. September eine Schweigeminute vor allen Spielen an. Zudem rief das Königshaus eine neuntägige Staatstrauer aus, die mit der Ankunft des Leichnams von Rukidi IV. im Karuzika Palace beginnt. Diese Klarstellung widerspricht früheren Berichten, denen zufolge die offizielle Trauerzeit bereits mit der Bekanntgabe des Todes des Königs beziehungsweise einen Tag nach dessen Tod begonnen habe. Der Aussage des Premierministers, Rukidi IV. habe einen Sohn und somit Erben hinterlassen widersprach der Chef des Babiito-Clans, Charles Kayondo Kamuras Ein 21-köpfiges Komitee der Babiito wurde eingerichtet, das die Angaben über einen möglichen Erben und die Nachfolge vorbereiten soll.
Am 9. September 2026 wurde, im Zuge der Beisetzung von Rukidi IV., Edward Rukidi Kijanangoma, ein früherer Nachrichtensprecher des ugandischen Fernsehens, vom vorgenannten Komitee zu seinem Nachfolger benannt. Trotz dessen behaupten sowohl die Mutter als auch die Schwester von Rukidi IV., dieser habe einen legitimen Erben hinterlassen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rukidi IV. |
| ALTERNATIVNAMEN | Oyo Nyimba Kabamba Iguru Rukidi IV. |
| KURZBESCHREIBUNG | König des westugandischen Königreichs Toro |
| GEBURTSDATUM | 16. April 1992 |
| STERBEDATUM | 27. August 2026 |