Rule of Five

Die Rule of Five (engl. für „5er-Regel“) ist eine Faustregel für die orale Bioverfügbarkeit einer chemischen Verbindung. Sie wurde 1997 von dem Chemiker Christopher Lipinski aufgestellt. Lipinski stellte fest, dass viele gängige Arzneistoffe relativ kleine und lipophile Moleküle sind. Die „Rule of Five“ findet beispielsweise Anwendung in der Pharmaforschung, um abzuschätzen, ob ein neu entwickelter Arzneistoff als orales Arzneimittel angewendet werden kann.

Definition

Eine chemische Substanz hat eine gute orale Bioverfügbarkeit, wenn nicht mehr als eine der folgenden Bedingungen verletzt wird:

Der Name „Rule of Five“ rührt daher, dass alle Zahlenwerte gleich oder ein geradzahliges Vielfaches von fünf sind.

Erweiterungen

Zur besseren Beurteilung der druglikeness wurden die ursprünglichen Regeln erweitert und 1999 von Ghose et al. publiziert:

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ C. A. Lipinski, F. Lombardo, B. W. Dominy, P. J. Feeney, Experimental and computational approaches to estimate solubility and permeability in drug discovery and development settings, Adv. Drug Del. Rev., 2001, 46, 3–26 (doi:10.1016/S0169-409X(00)00129-0).
  2. ↑ Gerhard Klebe: Wirkstoffdesign. 3. Auflage. Springer Spektrum, Berlin 2023, ISBN 978-3-662-67208-2, S. 336–337.
  3. ↑ Arup K. Ghose, Vellarkad N. Viswanadhan, John J. Wendoloski: In J. Combin. Chem. 1999, 55–68, A Knowledge-Based Approach in Designing Combinatorial or Medicinal Chemistry Libraries for Drug Discovery (doi:10.1021/cc9800071).