Als Rumpffaszie (Fascia trunci) bezeichnet man in der Anatomie flächenhafte Bindegewebsstrukturen im Bereich des Rumpfes.
Humananatomie
In der Humananatomie werden drei Schichten der Rumpffaszie unterschieden:
Fascia parietalis (Wandfaszie): Hierunter versteht man das Bindegewebe außerhalb des Wandblatts der Serosa. Im Bereich der Brusthöhle wird sie als Fascia endothoracica bezeichnet.
Fascia extraserosalis: Sie umfasst das Bindegewebe außerhalb des Eingeweideblatts der Serosa und liegt zwischen den beiden anderen Schichten. Sie bildet vor allem im Becken Bänder.
Fascia visceralis (Eingeweidefaszie): Hierunter versteht man das Bindegewebe unmittelbar außerhalb der Eingeweideserosa. Sie bildet die Eigenschicht der Mesenteria.
Veterinäranatomie
In der Veterinäranatomie gliedert man die Rumpffaszie in eine oberflächliche, tiefe und innere Rumpffaszie:
Die oberflächliche Rumpffaszie (Fascia trunci superficialis) ist Teil der Oberflächenfaszie (Fascia superficialis). Sie umhüllt den Rumpfhautmuskel und strahlt in die Fascia thoracolumbalis ein. Bauchseitig bildet sie mit anderen Strukturen die Linea alba.
Die tiefe Rumpffaszie (Fascia trunci profunda). Ihren Ursprung bezeichnet man als Fascia thoracolumbalis, welche an den Wirbeln und am Hüftbein befestigt ist und zahlreichen Rumpfmuskeln als Ursprung dient. Bauchseitig ist sie bei großen Pflanzenfressern durch zahlreiche elastische Fasern verstärkt, die ihr ein gelbliches Aussehen verleihen und daher als „gelbe Bauchhaut“ (Tunica flava abdominis) bezeichnet wird. Von der tiefen Rumpffaszie gehen die Aufhängebänder des Penis (Ligamentum suspensorium penis) und Euters (Ligamentum suspensorium mammarius) aus. Im Bereich des Widerrists und der Schulter wird die tiefe Rumpffaszie als Fascia spinotransversalis bezeichnet, welche bei Pferden aus drei Blättern besteht.
↑Wolfgang Dauber, Heinz Feneis, Gerhard Spitzer: Feneis' Bild-Lexikon der Anatomie. Georg Thieme, Stuttgart 2019, S. 16.
↑Hermann Bragulla, Horst Erich König: Anatomie der Haussäugetiere Lehrbuch und Farbatlas für Studium und Praxis. 4., überarbeitete Auflage. Schattauer, Stuttgart 2009, S. 109–110.