Rupert Moser

Rupert Richard Moser (* 2. Juni 1944 in Horn, Niederösterreich, damals Niederdonau; † 8. August 2026) war assoziierter Professor für Sozialanthropologie und Afrikanistik der Universität Bern. Er führte Forschungen bei den vaterrechtlichen Ngoni und den mutterrechtlichen Mwera (siehe Ngindo) in Südtansania durch. Weitere Arbeiten beschäftigten sich mit der Swahili-Genese, Migrationen und religiösen Bewegungen.

Leben

Moser begann 1963 das Studium der Ethnologie, Sozialanthropologie und Afrikanistik an der Universität Wien. 1971 promovierte er zum Dr. phil. bei Walter Dostal, als dessen Assistent er an das Institut für Ethnologie der Universität Bern gelangte. Zu diesem Zeitpunkt nahm er auch Lehrveranstaltungen auf. 1975 wurde er zum Oberassistenten gewählt und für das Sommersemester 1975 sowie für das Wintersemester 1975/1976 übergangsweise mit der Leitung des Instituts für Ethnologie betraut. 1976 und 1977 hatte Moser einen Gastlehrauftrag an der Faculté des Lettres der Universität Fribourg. Ab 1978 gab Moser die Zeitschrift „Genève - Afrique, Zeitschrift der Schweizerischen Afrika-Gesellschaft“ (Bd. 16 bis Bd. 21) mit heraus.

Im Januar 1981 begann sein Habilitationsverfahren an der philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern. Am 21. Dezember 1981 erhielt Rupert Moser durch die Erziehungsdirektion des Kantons Bern die Lehrberechtigung als Hochschullehrer für Ethnologie, Sozialanthropologie und Afrikanistik. 1983 hielt er sich wieder zu Feldstudien in Tansania und Kenia auf, bevor er im Wintersemester 1983/1984 und im Sommersemester 1984 eine C4-Lehrstuhlvertretung am Institut für Ethnologie und Afrika-Studien an der Universität Mainz wahrnahm. Anschließend hielt er sich vom Sommer 1984 bis in den Sommer 1986 im Rahmen eines von ihm geleiteten Forschungsprojektes erneut in Tansania auf. Vom Wintersemester 1986/1987 bis Wintersemester 1991/1992 nahm er Lehraufträge an den Universitäten Bern und Zürich wahr und leitete unterschiedliche Forschungsvorhaben und Projekte.

Im Sommersemester 1992 folgte eine Lehrstuhlvertretung am Institut für Völkerkunde der Universität Tübingen. Im darauffolgenden Wintersemester koordinierte Moser das Projekt „Migrationen aus der Dritten Welt: Ursachen, Wirkungen, Handlungsmöglichkeiten“ der Universität Bern. 1993 wurde Rupert Moser Generalsekretär des Collegium generale der Universität Bern. Im Oktober 1995 wurde er zum Titularprofessor, im Februar 2008 zum Assoziierten Professor und im Juni 2009 zum Assoziierten Professor emeritus der Universität Bern ernannt. 2018 wurde Rupert Moser zum Ehrenmitglied der Schweizerischen Akademien der Wissenschaften, Sektion Société suisse d’etudes africaines, ernannt. Er war verwitwet und Vater eines Sohnes.

Werke (Auswahl)

als Autor

als Herausgeber

Einzelnachweise

  1. ↑ Traueranzeige Rupert R. Moser. In: Bantiger Post. Nr. 34, 19. August 2026, S. 18 (bantigerpost.ch [PDF]).
Personendaten
NAME Moser, Rupert
ALTERNATIVNAMEN Moser, Rupert R.
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Ethnologe, Sozialanthropologe und Afrikanist
GEBURTSDATUM 2. Juni 1944
GEBURTSORT Horn, Kanton Thurgau
STERBEDATUM 8. August 2026