Ruth Albu

Ruth Albu (* 4. April 1908 in Berlin; † 27. Februar 2000 in Santa Barbara, Kalifornien) war eine deutsch-US-amerikanische Film- und Theaterschauspielerin.

Leben

Ruth Albu wurde als Susanne Ruth Albu in Schmargendorf geboren. Sie war die zweite Tochter von Eugen Albu und Jenny Albu, geborene Fischer, und die jüngere Schwester von Dorothea Albu, die später als Solotänzerin an der Berliner Staatsoper erfolgreich war. Die jüdische Familie lebte in der Marienbader Straße 9 in Berlin.

Albu debütierte 1926 am Renaissance-Theater in Berlin in Friedrich Hollaenders Revue Laterna Magica. Es folgten weitere Engagements in Königsberg, Breslau und erneut in Berlin. 1927 wirkte sie am Lessing-Theater in der Uraufführung von Carl Zuckmayers Stück Schinderhannes mit.

Ab 1928 verkörperte sie auch mehrere Filmrollen, darunter in Rasputins Liebesabenteuer, Die Republik der Backfische, Geschminkte Jugend, Hokuspokus und Feind im Blut. Mehrere dieser Filme griffen zeitgenössische Tabuthemen auf. So bezog sich Geschminkte Jugend auf die Steglitzer Schülertragödie von 1927, während Feind im Blut als Aufklärungsfilm über Geschlechtskrankheiten mit einem Jugendverbot belegt wurde. In Feind im Blut spielte Albu eine verheiratete Frau, die sich mit Gonorrhoe infiziert.

Ab dem 29. Oktober 1930 war Albu mit Heinrich Schnitzler verheiratet, dem Sohn von Arthur Schnitzler. Ab Anfang 1930 verband sie eine enge Beziehung mit Erich Maria Remarque, die ihre Ehe belastete. 1931 verbrachten Albu und Remarque den Sommer im Deutschen Reich und in der Schweiz. Im September 1931 meldeten Zeitungen die angebliche Scheidung Ruth Albus und eine bevorstehende Heirat mit Remarque; Albu dementierte die Meldungen. Die Beziehung zu Remarque endete 1932. Sie riet Remarque angesichts des erstarkenden Nationalsozialismus zum Verlassen Deutschlands.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh Albu mit ihren Eltern zunächst nach Paris und anschließend nach London, wo die Familie bei Verwandten unterkam. Während eines Aufenthalts in Wien heiratete sie am 29. November 1933 den jüdisch-polnischen Ulrich Arie. Ihr Vater starb 1935 in London. Albu kehrte danach noch einmal als Schauspielerin nach Wien zurück, verließ Österreich jedoch vor dem „Anschluss“ 1938. 1939 wurde sie in London zeitweise als „female enemy alien“ interniert. Im September 1940 wanderte sie mit ihrem Ehemann und ihrer Mutter von Liverpool in die USA aus; am 3. Oktober 1940 traf sie in New York ein. 1941 ist ihre Scheidung von Ulrich Arie belegt.

Am 1. August 1944 heiratete sie den aus Frankreich emigrierten Kunstsammler Henri Morgenroth. Mit Hotel Berlin übernahm sie 1944/1945 ihre letzte Filmrolle. Später arbeitete sie als Schauspiellehrerin in Santa Barbara, wo 1955 auch ihre Mutter starb. Ruth Albu starb 2000 in Santa Barbara.

Filmografie

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Nicolas Basse: Schauspielerin und Jüdin Ruth Albu: Die Vergessene. In: taz. 20. April 2026, abgerufen am 20. April 2026.
  2. ↑ Erich Maria Remarque: Biografie in Daten Erich Maria Remarque-Friedenszentrum
Personendaten
NAME Albu, Ruth
ALTERNATIVNAMEN Albu-Schnitzler, Ruth; Albu Morgenroth, Ruth; Morgenroth, Ruth; Albu-Arie, Ruth; Albu, Susanne Ruth
KURZBESCHREIBUNG deutsch-US-amerikanische Film- und Theaterschauspielerin
GEBURTSDATUM 4. April 1908
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 27. Februar 2000
STERBEORT Santa Barbara, Kalifornien